17.02.2009 11:06 |

Super-WauWau

Game zum Film: "Bolt - Ein Hund für alle Fälle"

Einen Hund für alle Fälle verspricht Disney mit "Bolt", dem vierbeinigen Helden des aktuellen Animationsfilms und gleichnamigen Videospiels. Aufs Balli-Suchen und Stöckchen-Holen hat der Mischlings-WauWau allerdings keine Lust. Stattdessen versucht Bolt in dem vergnüglichen Jump'n'Run- und Action-Mix für Konsole und PC gemeinsam mit Freundin Penny deren Vater aus den Fängen des Oberbösewichts Calico zu befreien und nicht zuletzt die ganze Welt zu retten.

Eine Aufgabe, an der Lassie, Kommissar Rex und andere Fernsehhunde sicher scheitern würden. Bolt jedoch verfügt über eine Reihe tierischer Superhunde-Fähigkeiten, mit deren Hilfe er sich seiner Schergen entledigen kann. Mit Bodenschlag, Superwuff und Laserblick macht der nur knöchelhohe Kläffer ganze Landstriche dem Erdboden gleich, pustet Hubschrauber vom Himmel und bringt Türme zum Einstürzen. Da diese Superkräfte jedoch an seiner Energie-Leiste zehren, muss sich Bolt zeitweise auch mit gewöhnlichen Angriffen, die sich zu Kombos zusammensetzen lassen, zur Wehr setzen. Getreu dem Motto "Quantität statt Qualität" bedarf es allerdings meist keiner ausgefeilten Strategie, um den Widersachern Paroli zu bieten. Spielern mit einem schnellen und ausdauernden Daumen ist der Sieg gewiss.

Wohl auch deshalb haben die Macher die in dieser Hinsicht schnell langweilig werdende Prügelkost mit kleineren Schalterrätseln sowie durchaus fordernden Jump'n'Run-Passagen angereichert. Bolt tritt hierbei immer wieder in den Hintergrund und lässt seiner Freundin Penny den Vortritt. Als gewöhnlicher Mensch verfügt diese zwar über keinerlei Super-Fähigkeiten, nennt aber immerhin einige technische Errungenschaften ihr Eigen, mit deren Hilfe sich die Levels spielend bewältigen lassen. Ihr Scooterstab eignet sich etwa hervorragend, um an Seilen entlang zu rutschen oder Wände senkrecht hinauf zu fahren, während ihre Betäubungsgas-Minen sowie ihre Techno-Tarnung wiederum helfen, sich ungesehen an Wachen vorbeizuschleichen.

So toll die beiden letztgenannten Features auch sein mögen, benötigt werden sie nicht. Penny mag zwar im Vergleich zu Bolt wenig kampferprobt sein, weshalb die Entwickler sie wohl gerne als weiblichen Sam Fisher gesehen hätten, weiß aber sehr wohl mit Händen und Füßen auszuteilen. Dies geht zwar nicht aktiv, sondern nur nach Abfolge eines kurzen und einfachen Quick-Time-Events, ist aber immer noch schneller und weniger kompliziert als sich schleichend und tarnend fortbewegen zu müssen. Unerlässlich sind Pennys Fähigkeiten hingegen beim Hacken von Türen und Sicherheitssystemen. Hier wechselt das Spiel in ein Mini-Game nach Art des Arcade-Shooters "Geometry Wars", in dessen Rahmen es binnen kurzer Zeit möglichst unversehrt so viele Gegner wie möglich abzuschießen und sichereren Fußes das Ziel zu erreichen gilt.

Da wie dort weiß das Spiel zum Film in grafischer Hinsicht zu gefallen. Vor allem die stark an Lara Crofts jüngsten Ausflug erinnernden Abenteuer im Dschungel von Yukatan, aber auch die vier anderen Welten – Italien, Russland, Ozeanien und China – brauchen sich auf der Xbox 360 nicht zu verstecken und glänzen mit zum Teil hübschen Wasser- und Lichteffekten. Untermalt wird das Szenario mit einer durchwegs gelungenen Synchronisation sowie einem überdurchschnittlich guten Soundtrack.

Fazit: "Das Spiel zum Film" - ein Prädikat, das unter Gamern meist nichts Gutes verheißt. Dass es jedoch auch anders gehen kann, beweist nun "Bolt - Ein Hund für alle Fälle", das Spiel zum gleichnamigen Animationsfilm aus dem Hause Disney: Auch wenn es an der Umsetzung letzten Endes noch ein wenig hapert, so überrascht der Titel mit abwechslungsreichem Gameplay und einer technisch guten Umsetzung. Schade nur, dass die Kämpfe mit der Zeit ausarten und Rätsel sowie Jump'n'Run-Parts in den Hintergrund treten lassen.

Plattform: Xbox 360 (getestet), PS3, PS2, PC, Wii
Publisher: Disney Interactive Studios
krone.at-Wertung: 7/10

von Sebastian Räuchle

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