Kurs auf Somalia

China schickt Schiffe zum Kampf gegen Piraten

Ausland
26.12.2008 17:53
Jetzt beteiligt sich auch China am militärischen Kampf gegen die Piraten vor Somalias Küste. Am Freitag sind drei chinesische Kriegsschiffe, zwei Zerstörer (im Bild die DDG-171 "Haikou") und ein Versorgungsschiff in Richtung Afrika in See gestochen. Die Schiffe sollen sich an den Patrouillen internationaler Kriegsschiffe im Golf von Aden beteiligen, um so die Seeräuber-Angriffe in der Region zu stoppen. Es handelt sich dabei um den ersten möglichen Kampfeinsatz chinesischer Soldaten außerhalb des eigenen Territoriums seit 1979.

Gegen 13.50 Uhr Ortszeit (06.50 Uhr MEZ) machten sich die Schiffe mit insgesamt fast tausend Seeleuten, darunter auch eine 70-köpfige Spezialeinheit, an Bord von einem Hafen der südchinesischen Insel Hainan aus auf den Weg nach Afrika. China hat angekündigt, dass die Marine jedes mutmaßliche Piratenschiff genau überprüfen will, die jeweiligen Besatzungen müssten sich dann ausweisen.

Seit wenigen Tagen ist am Horn von Afrika auch die EU-Mission "Atalanta" im Einsatz. Sie umfasst insgesamt drei Kriegsschiffe, ein Unterstützungsschiff und drei Aufklärungsflugzeuge.

Japan bereitet Marine-Mission vor
Unterdessen forderte der japanische Regierungschef Taro Aso sein Kabinett auf, auch die Vorbereitungen seines Landes für eine mögliche Marine-Mission in Somalia voranzubringen. Aso habe ihn aufgerufen, die Prüfung einer möglichen Selbstverteidigungsmission gegen die Piraten zu beschleunigen, sagte Verteidigungsminister Yasukazu Hamada am Freitag vor Journalisten. Japan verfolgt seit seiner Niederlage im Zweiten Weltkrieg einen pazifistischen Kurs. Nach derzeitigen Gesetzen darf die Marine nur Schiffe unter japanischer Flagge oder mit Japanern an Bord schützen.

Deutsche Marine vertreibt Piraten
Bei ihrem Einsatz gegen Seeräuber am Horn von Afrika hat die Deutsche Marine am Donnerstag ein Schiff aufgebracht und die Piraten entwaffnet. Das sagte der Sprecher der Bundeswehr in Dschibuti, Korvettenkapitän Christoph Kohlmorgen. Die sichergestellten Waffen seien vernichtet worden. Anschließend habe man die Piraten "ziehen lassen".

Die deutschen Fregatten "Karlsruhe" und "Mecklenburg-Vorpommern" hatten am Donnerstagmorgen den Notruf eines ägyptischen Frachters empfangen, der vor der Küste des Jemens von Piraten angegriffen wurde. Wie das Einsatzführungskommando in Potsdam weiter mitteilte, hatte ein Bordhubschrauber der "Karlsruhe" die Piraten in die Flucht geschlagen. Ein durch Schüsse verletzter Seemann des ägyptischen Schiffes wurde von einem zweiten deutschen Hubschrauber zur Behandlung auf die "Karlsruhe" gebracht.

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