Mega-Wandbild

Riesges Helnwein-Gemälde am Naschmarkt

Wien
01.12.2008 12:23
Mit einer Kunstaktion an der Wienzeile am Naschmarkt will der Klima- und Energiefonds der Republik Österreich auf die Umweltproblematik hinweisen: durch ein Mega-Gemälde des Künstlers Gottfried Helnwein, das am Montag offiziell präsentiert wird. Das Originalbild, ein auf dem Kopf stehender Kinderkopf in markanten Blautönen, wurde vom Künstler eigens für diese Installation geschaffen und von zahlreichen Assistenten in klassischer Maltechnik mit Akryl- und Ölfarben aufgetragen.

Statt der geplanten zwei Wochen Arbeitszeit wurde das 300 Quadratmeter große Gemälde in nur fünf Tagen fertiggestellt. Der Klima- und Energiefonds beschreitet mit dieser Aktion erstmals einen ungewöhnlichen Weg, um Menschen für die Problematik zu sensibilisieren. Stolz präsentiert man daher auch Gottfried Helnwein als Aushängeschild.

Engagement für den Umweltschutz
"Mit dem Thema Klimaschutz beschäftige ich mich schon seit langem", erklärte der Künstler. "Daher habe ich spontan Ja gesagt, weil mich großformatige Installationen im öffentlichen Raum immer sehr interessieren." Nachsatz: "Außerdem habe ich in meiner Heimat Wien schon wirklich sehr viele Jahre nicht mehr gearbeitet." Helnwein ist als gesellschaftskritischer Künstler durchaus bekannt, sein Engagement für den Umweltschutz jedoch weniger. "Wenn man als aufgeklärter Mensch in Los Angeles lebt, ergibt sich das ganz von allein", erzählt er. "Downtown ist die Luft so schlecht, dass nach zwei Tagen in meiner Wohnung alles mit einer rußartigen Schicht überzogen ist. Man atmet pures Gift."

Provokation als Mittel zum Dialog
Trotzdem will Helnwein Los Angeles als Zweitwohnsitz neben Irland nicht missen:  "Ich bin gern in den USA, weil es ein wunderbarer Studienort ist um zu sehen, wie eine Gesellschaft aus reiner Profitgier zu Grunde geht. Die Interpretation seines Werkes will er lieber anderen überlassen: "Mir geht es um den Dialog, der von der Kunst ausgeht." Also Provokation als Mittel zur Thematisierung und damit zum Dialog.

Helnwein selbst verzichtete zwar auf ein Honorar für das Bild, erhält aber für die Leitung der Produktion ein Honorar von 30.000 Euro. Damit werden "Aufwandsentschädigung, Kostenersatz und die Weitergabe bestimmter Rechte" am Werk abgegolten. Die Herstellungskosten belaufen sich laut Angaben des Klima-und Energiefonds auf ungefähr 35.000 Euro. Ob das Bild im April 2009 wieder von der Wand weichen muss (bis dahin ist die Fläche derzeit angemietet), ist noch nicht sicher: Der Klimafonds hat sich eine "Option auf Verlängerung gesichert", hieß es. 

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Wien
01.12.2008 12:23
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung