Blütenhonig, Almrauschhonig, Kastanienhonig, Lindenhonig, Cremehonig, Löwenzahnhonig - die Steiermark bietet eine fast unendliche Vielfalt an der köstlichen Spezialität. Die beliebteste aller Sorten ist allerdings noch immer der dunkle Waldhonig, dessen angenehm mildes Aroma die Kenner besonders schätzen. Heuer aber könnte dieser Honig beinahe in Gold aufgewogen werden - denn man wird ihn nur sehr selten in den Regalen finden.
Schuld sind hauptsächlich die starken Regengüsse und Hagelstürme der vergangenen Monate - sie haben die Nahrungsgrundlage der Bienen regelrecht von den Bäumen gespült und damit auch die "süße" Ernte vernichtet: Waldhonig entsteht nämlich nicht aus Blütennektar, sondern aus "Honigtau", der von Blattläusen im Wald produziert und anschließend von den Bienen gesammelt wird.
100 Prozent Honig-Minus
Da die Insekten also in zahlreichen Regionen leer ausgingen, gab es vor allem im Ennstal sowie im Osten und Westen des Landes sogar ein Honig-Minus von unglaublichen 100 Prozent! Zufrieden sind die Imker einzig im Raum Bruck, in den Bezirken Mürzzuschlag und Graz-Umgebung.
"Landesweit gibt es heuer um die Hälfte weniger Waldhonig, in Summe wird also leider der Bedarf der Steirer nicht gedeckt werden können. Gott sei Dank gab es aber beim Blütenhonig eine gute Ernte", sagt Josef Ulz, Präsident des Landesverbandes der Bienenzüchter.
Ein schwacher Trost: Die wenigen Waldhonig-Mengen, die produziert wurden, sind dafür heuer besonders dunkel und besitzen hervorragende Qualität.
von Jörg Schwaiger, "Steirerkrone"
Symbolbild
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