Gefährliches Terrain

Extremtour am Rand des Krieges

Steiermark
13.08.2008 00:13
Tausende Tote, Zehntausende Flüchtlinge - nur 200 Kilometer Luftlinie entfernt tobt der Kaukasus-Krieg. "Alle reden davon, aber hier ist's noch ruhig", sagt die Grazer Extremsportlerin Uschi Profanter (40, Bild), die zurzeit in der Krisenregion eine zwölfköpfige Bergsteigergruppe auf den 5.642 Meter hohen Elbrus führt.

Dreimal war die vierfache Grazer Kajak-Weltmeisterin Uschi Profanter bei Olympischen Spielen dabei, zuletzt im Jahr 2000 in Sydney. Damals wurde sie Achte. In Barcelona (1992) war sie Fünfte und in Atlanta (1996) Sechste geworden. "Die Eröffnungsfeier von Peking hab ich hier, im russischen Fernsehen mitverfolgt", sagt sie am Telefon. Und: "Ich halte allen Österreichern fest die Daumen!"

200 Kilometer südlich ist es "brandheiß"
Die Daumen drückt auch ihr Lebenspartner Rudi Stangl, der sich in Graz um Söhnchen Lukas kümmert. Er macht's allerdings für seine Uschi. Denn die ist gerade in jenem Gebiet unterwegs, das zur Zeit eines der gefährlichsten Gebiete der Welt ist - im Kaukasus. "Sie befindet sich auf der russischen Seite und führt eine 12-köpfige Bergsteigergruppe auf den 5.642 Meter hohen Elbrus", sagt Rudi Stangl. "Der Krieg hat diese Region zum Glück noch nicht erreicht, aber alle reden davon, dass die Lage nur 200 Kilometer südlich davon brandheiß ist." Am kommenden Sonntag, 17. August, sollten Profanter & Co. nach geglücktem Gipfelsturm die Heimreise antreten können.

Seit dem Ende der Sportlerkarriere hat die Grazerin bereits acht Extrem-Touren (Helikopter-Skifahren, Bergsteigen) im Kaukasus angeführt. Alle 12 Bergsteiger sind Österreicher.

von Werner Kopacka, "Steirerkrone" und steirerkrone.at

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