Mandl konzedierte, dass auch in seinem unmittelbaren Umfeld, der Kabeg, das Misstrauen ihm gegenüber derzeit groß sei: "Ich habe das Mail, in dem ich Wetzlinger seine Dienstfreistellung mitgeteilt habe, deshalb auch nicht in der Firma geschrieben." Gefragt, wie er auf dieser nicht vorhandenen Vertrauensbasis die Kabeg führen könne, meinte er, dies sei kein Problem. Mandls Lösung: "Ich muss Leute meines Vertrauens an Schlüsselstellen setzen, dann funktioniert das schon." Diese Vorgangsweise sei bei neuen Chefs durchaus üblich, das heiße aber nicht, dass es unbedingt Kündigungen geben müsse. Mandl will eher "umschichten".
Rückkehr Wetzlingers bereitet kein Kopfzerbrechen
Auch in der Tatsache, dass die Entfernung Wetzlingers als kaufmännischer Direktor des Landeskrankenhauses Klagenfurt bedeuten würde, dass Wetzlinger wieder an seinen alten Arbeitsplatz zurückkehrt, nämlich in die Kabeg, bereitet ihm kein Kopfzerbrechen. Während der Kabeg-Vorstand mehrfach erklärt hatte, es gebe keine Vertrauensbasis mit Wetzlinger mehr, daher könne er mit ihm als LKH-Direktor auch nicht mehr arbeiten, wenn die Vorwürfe gegen ihn nicht stichhaltig seien, meinte Mandl über Wetzlingers eventuelle Rückkehr in seinen unmittelbaren Arbeitsbereich: "Soviel Professionalität kann man ja wohl voraussetzen."
"Ich habe ihm Hilfe angeboten"
Mandl wies auch die kolportierten Aussagen, er wolle den medizinischen Direktor des LKH, Thomas Koperna, ebenfalls aus seiner Funktion entfernen, zurück: "Ich habe ihm Hilfe angeboten, damit er den Job in Salzburg, für den er sich beworben hat, auch bekommt, seine öffentlichen Vorwürfe gegen mich sind völlig unverständlich." Wie diese Hilfe konkret aussieht, erklärte Mandl so: "Ich bin gefragt worden, ob es stimmt, dass Koperna so viele Arbeitsgerichtsprozesse hat, und habe geantwortet, dass dies korrekt sei, aber möglicherweise durch das Umfeld, in dem er agiere, bestimmt sei." In einem anderen Arbeitsumfeld würde Koperna möglicherweise anders agieren, betonte Mandl.
Auf Stichhaltigkeit prüfen
Am Donnerstag will der Kabeg-Vorstand die bis dato nicht bekannten Vorwürfe, die zur Dienstfreistellung Mandls geführt haben, dem Aufsichtsrat vorlegen. Die ÖVP hat bereits angekündigt, seine Abberufung beantragen zu wollen, auch die SPÖ hat scharfe Kritik an der Vorgangsweise des Kabeg-Chefs geübt, der vom BZÖ in diese Funktion entsandt worden ist. Landeshauptmann Jörg Haider hat von Mandl eine Erklärung für sein Verhalten gefordert, sollten sich die Vorwürfe gegen Wetzlinger nicht erhärten lassen, müsse es Konsequenzen geben. Dass bei der Aufsichtsratssitzung bereits eine Entscheidung über den Verbleib Mandls getroffen wird, ist aber eher nicht zu erwarten. Dem Vernehmen nach gibt es schwere Anschuldigungen gegen Wetzlinger, die erst auf ihre Stichhaltigkeit geprüft werden müssen.
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