In bisher ungeahnt realistischer Weise generiert die Technologie mithilfe sogenannter Dynamic Motion Synthesis Animationen, die spontan aus dem jeweiligen Spielgeschehen heraus entstehen. Euphoria simuliert dabei nicht nur die Beschaffenheit des menschlichen Körpers mit Skelett und Muskelmasse äußerst realistisch, auch das Verhalten der Charaktere zueinander und auf die Umgebung wird wirklichkeitsgetreu berechnet. Das Ergebnis ist neben einem höheren Realitätsgrad auch eine größere spielerische Freiheit und Interaktivität für die Nutzer.
In "GTA IV" sorgt das neuartige Animations-Tool für das lebensechte Verhalten der Bewohner der virtuellen Stadt Liberty City. So haben diese etwa ein natürliches Gleichgewichtsgefühl und weichen Gefahren selbstständig aus. Schon im September soll mit "Star Wars: The Force Unleashed" ein Titel in den Handel kommen, der mit Hilfe von Euphoria neue Maßstäbe in punkto realitätsnahe Spielphysik setzen soll. Auch ein bisher noch unbenanntes Indiana-Jones-Projekt und die Football-Simulation Backbreaker werden Ankündigungen zufolge auf die Simulationstechnologie setzen. Das Spiel wird für alle Konsolen erscheinen, Euphoria kommt bei den Fassungen für PlayStation 3 und Xbox 360 zum Einsatz - Computer könnten den Rechenaufwand nicht bewältigen, so Hersteller LucasArts.
Animationen in Games könnten billiger werden
Entwickelt wurde Euphoria von der in Großbritannien beheimateten NaturalMotion Ltd., die ihre Ursprünge an der Oxford University hat. Neben dem Ziel, die Authentizität in Videospielen zu verbessern, spielten dabei auch finanzielle Argumente eine wesentliche Rolle. So sind die bislang verwendeten Animationsverfahren wie Key-Framing und Motion-Capturing oft sehr kosten- und arbeitsintensiv. Mithilfe von Euphoria könnte der finanzielle Aufwand im Animationsbereich von Computer- und Konsolenspielen deutlich reduziert werden, versprechen deren Entwickler. Einschränkungen gibt es allerdings. So verfügen derzeit nur Geräte der aktuellen Konsolengeneration und entsprechend gut ausgerüstete PCs über ausreichend Rechenpower, um die komplexen Berechnungsprozesse von Euphoria handhaben zu können. (pte)
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.