Wild Boys im Anflug

Duran Duran im Interview

Musik
02.07.2008 17:16
Die wilden Jahre sind bei den "Wild Boys" längst vorbei. Trotzdem probieren die Teenie-Idole einer erwachsen gewordenen Generation immer noch gerne Neues aus. So waren Duran Duran zum Beispiel die erste Band, die im Pariser Louvre auftreten durfte. "Es war toll, neben den Kunstwerken zu spielen. Wir werden uns das mal für Wien überlegen, ihr habt doch so viele Museen", lacht Bassist John Taylor (2.v.l.) im krone.at-Interview.
kmm

Vorerst begnügen sie sich aber noch mit der Gasometer-Halle, in der sie am 13. Juli ihre größten Hits zum Besten geben. "Im Mittelteil der Show werden wir ein total elektronisches Programm einschieben", verrät Taylor. "Nachdem in den vergangenen Jahren Unplugged-Sessions in Mode gekommen sind, dachten wir uns, wir schwimmen gegen den Strom und machen einen auf Kraftwerk."

In den Achtzigern waren Duran Duran Trendsetter, sie waren konsumorientiert und machten es ihren Fans leicht, das auch zu sein. Heute fühlt sich das für John anders an: "Wenn du in deinen späten Vierzigern bist, hast nur mehr wenige Chancen, Trends zu starten. Das machen Leute, die noch nicht verheiratet sind und keine Kinder haben", lacht er. "Aber es ist ja nicht so, dass wir nicht schon genug auf unserem Konto hätten. Wenn ich mir meine Armeestiefel so ansehe… ich war der erste, der sie zum Anzug trug. Jetzt hat sie jeder!" 

Ex-Bandmitglied bringt enthüllende Biografie
Andy Taylor, Ex-Gitarrist von Duran Duran, der die Band Ende 2006 nach der Reunion ein zweites Mal verlies, wird Anfang Herbst eine Autobiografie "Mein Leben mit Duran Duran" veröffentlichen. Am Buchrücken heißt es: "About the rise and fall of Duran Duran." Fürchtet John sich vor den Enthüllungen? "Nein, ich habe nichts zu verbergen und dass wir wilde Zeiten hatten, weiß ohnehin jeder. Was mir Angst macht: Andy ist ein sehr guter Geschichtenerzähler. Ich weiß nicht, ob er mit dem Tratsch am richtigen Punkt aufhören kann. Aber ich werde das Buch wahrscheinlich gar nicht lesen. Oder höchstens die Teile, in denen ich vorkomme…"

Ihr letztes Album "Red Carpet Massacre" - bei Kritikern gut angekommen - ist bei der breiten Masse allerdings gefloppt. Und das obwohl sie mit Publikumsmagneten wie Justin Timberlake und Timbaland zusammengearbeitet hatten. "Ich weiß auch nicht, warum es nicht klappte. Dabei hatten wir diesmal alles daran gesetzt, nicht zu experimentell zu klingen. Ich mag die Platte eigentlich, aber es fehlt ihr wohl die Chemie", spielt er auf den Ausstieg Taylors an, der vor bzw. zu Beginn der Aufnahmen erfolgte.

Im Alter gegen die Skeptiker
Was wünscht sich John Taylor, der sich im übrigen ärgert, dass man wegen des Ausstiegs seines Nachnamenskollegens schon wieder die Merchandisingprodukte ändern musste, noch für Duran Duran? "Ich möchte, dass man sich an uns als große Popband erinnert. Aber es gibt noch viel zu viele Skeptiker da draußen, die wir überzeugen werden müssen. Ich mag diese Herausforderung, weil ich weiß, dass Duran Duran das kann." Am 13. Juli werden wir's ja sehen...

Interview: Christoph Andert

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