Mi, 18. Juli 2018

An Dealer verkauft

16.06.2008 19:26

Militärpolizei lieferte Männer an Drogenbande aus

Die Militärpolizei in Brasiliens Hauptstadt Rio de Janeiro ist erneut in einen Skandal verwickelt: Elf Mitgliedern der Ordnungshüter wird vorgeworfen, drei Jugendliche aus einem Armenviertel an Drogenhändler eines verfeindeten Viertels "verkauft" zu haben, die sie anschließend umbrachten. Wie ein Sprecher der Polizei in Rio am Montag mitteilte, sitzen die des Mordes angeklagten Soldaten und Offiziere in Untersuchungshaft.

Die Leichen der drei Männer im Alter von 17, 19 und 24 Jahren waren am Sonntagmorgen auf der öffentlichen Mülldeponie im Norden der Stadt Duque de Caxias gefunden worden. Wie die Zeitung "O Globo" am Montag unter Berufung auf Zeugen berichtete, waren sie zuvor am Samstag in der Favela Morro da Providencia von Soldaten festgenommen worden. Anschließend wurden sie nach Angaben eines Bewohners in das Viertel Morro da Mineira gebracht, wo sie einer Bande von feindlichen Drogenhändlern übergeben wurden.

Die Bewohner von Providencia protestierten am Wochenende teilweise gewaltsam gegen das Verbrechen. Bei Übergriffen auf Soldaten wurden zwei Menschen verletzt. Rund hundert Bewohner versammelten sich zudem vor der Kaserne und warfen mit Steinen auf Soldaten.

Der brasilianischen Militärpolizei wurde bereits wiederholt vorgeworfen, Geld von Kriminellen zu erhalten und dafür im Gegenzug über Verbrechen in dem Armenviertel hinwegzusehen. Auch waren sie wiederholt für ihr gewaltsames Vorgehen kritisiert worden.

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