Fr, 22. Juni 2018

Schnelle Action

11.06.2008 12:18

Race Driver GRID

Auf das "Gentlemen start your engines!" folgt ein kurzes Surren des Anlassers, dann der heisere, allmählich in ein ohrenbetäubendes Brüllen übergehende Klang des mächtigen Zwölfzylinders. Mit gequält aufjaulenden, rauchenden Reifen geht in "Race Driver GRID" die Tempojagd in die erste Runde. Der jüngste Arcade-Racer aus dem für die DTM-Rennserie bekannten Hause Codemasters setzt dabei voll und ganz auf schnelle und unkomplizierte Action.

Nach dem Start des Spieles stechen einem sofort die gut gestalteten Menüs und Hintergründe ins Auge. Informationen über bisher erreichte Erfolge verkürzen die bereits knapp gehaltenen Ladezeiten.

Vor dem Beginn der großartigsten Fahrerkarriere seit Michael Schumacher muss gleich zum Auftakt eine Runde im Renntempo ohne kapitalen Totalschaden überstanden werden. Viel Zeit für das Bewundern der grafisch opulenten Streckendetails inklusive winkender und johlender Zuschauer bleibt nicht. Die Konkurrenten sorgen für gelegentliche Schweißausbrüche, wenn sie sich verbremsen oder drehen, und so eine Kollision nur knapp vermieden werden kann. Zudem erzeugen durchdrehende Räder eine blickdichte Rauchwand, durch die man mit 200 Sachen im Blindflug durchrast.

Durch einige kleine, nicht weiter nennenswerte Berührungen mit anderen Fahrzeugen zieren schließlich unschöne Kratzer den vormals glänzenden Lack. Nach einer kleinen Unachtsamkeit ist es dann auch schon passiert: Der Wagen kommt ins Rutschen, bricht unkontrolliert aus und landet mit einem lauten Krachen in der Streckenbegrenzung. Teile der Karosserie lösen sich vom Fahrzeug, die Scheibe zerbirst mit einem Knall und übrig bleibt ein rauchender Trümmerhaufen. Der Traum vom Champion ist fürs Erste ausgeträumt.

Der nächste Versuch ist dann schon eher von Erfolg gekrönt, wobei die teils sehr verwinkelten Streckenverläufe und die um jeden Zentimeter kämpfenden gegnerischen Fahrer gerade Anfängern zu schaffen machen dürften. Einige - spektakulär in Szene gesetzte – Unfälle sind so während der Lernphase unvermeidlich.

Hat man schließlich doch seine Rennlizenz erhalten, muss als erstes Geld in die Kassa kommen. Die Gelegenheit dazu bieten verschiedene Rennteams, die in Amerika, Europa und Japan beheimatet sind. Sie suchen für diverse Events einen Fahrer. Neben dem angebotenen Geld für die Teilnahme winken zusätzliche Boni, wenn weitere Ziele erreicht werden. Die Aufgaben sind dabei recht vielfältig: Mal soll eine bestimmte Position oder Rundenzeit erreicht, ein anderes Mal das Fahrzeug unbeschädigt ins Ziel gebracht werden.

Für jede erreichte Vorgabe bekommt der Fahrer Punkte für sein Ansehen gutgeschrieben. Mit steigendem Ansehen und den eingenommenen Preisgeldern erhält man schließlich die Berechtigung, in weiteren Rennklassen anzutreten.

Sobald die Preisgelder es erlauben, wird automatisch von der smarten Managerin ein eigenes Team gegründet. Anfangs ist die Werkstätte schlicht und billig eingerichtet. Aufgrund der eingefahrenen Siege wird sie jedoch immer größer und bietet schlussendlich einem weiteren Fahrzeug ausreichend Platz.

Und das nicht umsonst, stehen bei "Race Driver GRID" neben abwechslungsreichen Kursen doch unterschiedlichste Fahrzeuge in diversen Fahrzeugklassen zur Verfügung. Jedes Vehikel unterscheidet sich in punkto Fahrverhalten: Mit der japanischen Fraktion sind etwa herrliche Drifts möglich, was wiederum bei einigen Bewerben abverlangt wird. Gewinner ist, wer die längsten Drifts hinlegt.

Reinsetzen, starten, losfahren und Gas geben, lautet das Motto von "Race Driver GRID". Einen Tuning-Teil gibt es demnach nicht. Für Tüftler, die gerne den Reifendruck links vorne noch um einen Hauch verringern und so das eine oder andere Tausendstel herausholen, ist das sicher schade. Dafür ist aber unkomplizierte Racing-Action garantiert.

Fazit: "Race Driver GRID" sorgt für einen gehörigen Geschwindigkeitsrausch. Der Spaßfaktor ist hoch, da neben der Vielzahl an Fahrzeugen, Strecken und Bewerben auch die technische Umsetzung mehr als gelungen ist. Der fehlende Tuning-Modus geht nicht sehr ab, da genügend Abwechslung geboten wird. "Race Driver GRID" hat somit auf Anhieb die Pole Position der Arcade-Racer inne.

Plattform: Xbox360 (getestet), PS3, PC
Publisher: Codemasters
Krone.at-Wertung: 89%

von Harald Kaplan

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