"Nicht zuständig"

Schwere Vorwürfe gegen Italiener in Vorarlberg

Österreich
10.06.2008 12:44
Ein derzeit in Vorarlberg lebender Italiener soll zwei neun und 14 Jahre alte Mädchen über Jahre sexuell missbraucht haben - und hält sich trotz der Vorwürfe (noch) freien Fußes im Ländle auf. Vorarlbergs Sicherheitsdirektor Elmar Marent sagte am Dienstag, dass "die Vorwürfe bestehen". Die Übergriffe - "so sie passierten" - geschahen allerdings in Italien. Daher sei Österreichs Justiz nicht zuständig bzw. könne nichts tun. "Wir haben die italienischen Behörden in Kenntnis gesetzt", so Marent. Der Mann steht zu den beiden Mädchen in verwandtschaftlicher Beziehung.

Die beiden Mädchen aus Apulien hatten sich auf Einladung ihres Onkels, der in Vorarlberg arbeitet, im Ländle aufgehalten. Als auch der nunmehr Verdächtige ankündigte, nach Vorarlberg zu kommen, bekamen sie es plötzlich mit der Angst zu tun. Sie vertrauten ihrem Onkel an, dass sie der Mann - zuerst hieß es, er sei ihr Vater, was die Polizei später dementierte - jahrelang vergewaltigt habe. Nachdem der Onkel Anzeige erstattet hatte, wurden die Vorarlberger Sicherheitsbehörden aktiv.

Verdächtiger läuft frei in Vorarlberg herum
"Wir haben sämtliche Abklärungen vorgenommen, die Vorwürfe bestehen", sagte Marent. Der beschuldigte Mann halte sich jedoch weiterhin auf freiem Fuß in Vorarlberg auf. Da der mutmaßliche Täter nicht über die österreichische Staatsbürgerschaft verfüge und die angezeigten Übergriffe im Ausland verübt wurden, sei die österreichische Justiz nicht zuständig. Man habe über Interpol Kontakt mit den italienischen Behörden aufgenommen und warte nun auf deren Reaktion, so der Sicherheitsdirektor.

Foto: gestellte Szene

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