Sie tragen keine ultramodernen Kunststoff-Vollvisier-Schädelpanzer, sondern cognacfarbene Lederhelme: Um sein Team vor der Auflösung zu retten, verpflichtet Spieler-Oldie Connolly (George Clooney) den charismatischen Jungstar Rutherford (John Krasinski), der als King des College-Football gehandelt wird und gar mit Kriegslorbeeren aufwarten kann.
Doch just als sich die Stadien füllen, scheint der formidable Aufschwung gefährdet. Denn die überaus gewitzte Reporterin Lexie (Renée Zellweger), die man auf den naiven Volkshelden angesetzt hat, entlockt ihm ein Geheimnis, das seine Zukunft wiewohl auch das Ansehen der Profiliga in Frage stellt...
Liebeserklärung an Screwball Comedies
Unübersehbar eine Liebeserklärung George Clooneys an die Screwball Comedies der großen Studio-Ära - damals, als ein glatt rasierter Gentleman im perfekt sitzenden Dinnerjacket noch nicht zur aussterbenden Spezies zählte und Ladies ganz einfach auf tiefroten Kussmund und seidig bestrumpfte Beine setzten. Nach einer Reihe von politkritischen Filmen eine bewusste Rückkehr zum elegant-unbeschwerten Unterhaltungskino für Regisseur Clooney, der in "Leatherheads" auch als Produzent firmiert und sich vom Esprit der Komödien von Howard Hawks oder Preston Sturges inspirieren ließ.
Clooney: "Als Schauspieler habe ich das große Glück, dass ich die unterschiedlichsten Rollen angeboten bekomme. Gott sei Dank steckt man mich nicht in eine Schublade! Dem wollte ich vorbeugen, bevor dies mit mir als Regisseur passiert. Außerdem musste ich mich beeilen... Einen Profi-Football-Spieler mit Mitte vierzig zu spielen ist einfach crazy. Brad Pitt hat sich kaputtgelacht! Ich werd ihm wohl die Freundschaft aufkündigen müssen."
Clooney: "Mitspieler rannten mich um wie die Büffel"
Gab es Schrammen, ernsthafte Verletzungen? Clooney: "Es gab einige Szenen, wo mich meine Mitspieler umrannten wie die Büffel. Das tat ganz schön weh..." Wie schwierig ist es, sich selbst zu inszenieren? Clooney: "No problem, ich bin ja mein eigener Lieblingsschauspieler! Nein, Spaß beiseite, als Darsteller muss ich den Film ja vorantreiben, und als Regisseur habe ich faktisch den gleichen Job. Sich selbst bei der Arbeit zuzusehen ist irgendwie komisch. Und eine Doppelbelastung, die ziemlich stresst und von der der Zuschauer möglichst nichts mitbekommen soll."
Football, Frauen und Fusilli al limone: George Clooney und Filmpartnerin Renée Zellweger, der er die Rolle der investigativen Journalistin in "Ein verlockendes Spiel" förmlich auf den grazilen Leib schreiben ließ (Steven Soderbergh mischte mit!), genossen nach der Premiere von "Leatherheads" in Rom "una serata italiana" auf Einladung von Manuele Malenotti, kreativer Kopf des coolen Motorradjackenlabels Belstaff. Nach zweimaligen Herzensturbulenzen schweißt die beiden eine postromantische Freundschaft zusammen - und derselbe Sinn für Humor.
"Il Bello" will keine Kinder
Zwei Teller Pasta hatte "Il Bello", wie die Italienerinnen Clooney schmachtend nennen, im Nu verputzt, ohne sein blütenweißes Hemd auch nur mit einem Hauch Sugo zu verunzieren. Fragen nach etwaigen Heiratsgerüchten (Sarah Larson hat den Womanizer schon seit geraumer Zeit fest im Griff) blockte der Star charmant ab. Nur beim Thema "Bambini" wurde er richtig konkret: "Mich macht schon ein einzelnes Kind in meiner Villa nervös. Und ich sehe mich auch nicht wirklich in der Vaterrolle. Wenn ich Kinder um mich haben möchte, rufe ich einfach Brad (Pitt) und Angie (Jolie) an und sag ihnen, sie sollen doch für ein paar Tage bei mir vorbeischauen. Leihkinder sind was Tolles!"
Schade um den exzellenten Genpool. Was für eine Verschwendung! Immerhin will George sich die Taufpatenrolle für Nicole Kidmans Baby durch den Kopf gehen lassen...
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