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24.08.2017 - 11:11
Foto: thinkstockphotos.de (Symbolbild)

Jäger schoss auf Hund: "Besitzer brauchen Beweise"

12.09.2016, 09:23

Tierfreunde sind in Aufruhr, seit in Attersee ein Jäger einen Border Collie angeschossen und verletzt liegen gelassen hat. Längst fordern viele Tierschützer ein Verbot von Haustierabschüssen. Jürgen Stadler von der Pfotenhilfe Lochen erzählt im "Krone"- Interview, warum Haustierbesitzer oft den Kürzeren ziehen.

"Krone": Der Jäger, der den Border Collie "Amadeus" in Attersee angeschossen hat, wird angezeigt, weil er den verletzten Hund liegen gelassen hat - nicht aber wegen des Schusses an sich, der war ja legal.
Jürgen Stadler: Laut Gesetz darf ein Jagdorgan einen Hund, der wildert, erschießen. Was wildern genau bedeutet, ist aber zu schwammig formuliert. Außerdem kann ein Jäger das ja immer behaupten - es ist sehr schwer, ihm das Gegenteil zu beweisen.

"Krone": Wie kann dem Tierbesitzer das dennoch gelingen?
Stadler: Tierhalter müssen Beweise sichern, wenn so etwas passiert. Wer etwa bei dem Vorfall dabei war, soll sofort das Smartphone zücken und die Entfernungen zwischen Hund, Halter und Jäger festhalten. Das dauert 30 Sekunden und ist wichtig.

"Krone": Auch Katzen werden immer wieder angeschossen.
Stadler: Auch das ist rechtens, wenn sich das Tier mehr als 300 Meter vom letzten Haus entfernt aufhält. Dass Katzen kaum jagbares Wild erlegen, spielt da keine Rolle.

"Krone": Sie glauben, dass das Schießen von Haustieren übertrieben ist - auch der Österreichische Tierschutzverein fordert ein Verbot.
Stadler: Die Jäger haben eine starke Lobby. Sie verstecken sich hinter dem Argument, dass das Wild vor Hunden und Katzen geschützt werden muss. Tatsächlich gibt es natürlich genug Wild, es geht eher um Jagdkonkurrenz, die Hunde machen.

12.09.2016, 09:23
Jasmin Gaderer, Kronen Zeitung/red
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