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05.12.2016 - 04:05
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Hamburg: Eine Reise reicht noch lange nicht

16.11.2013, 17:00
St. Pauli? Das ist doch das Brasilien Deutschlands – zwar etwas kühler, aber da gibt's auch nur leichte Mädchen und Fußball. So lautet ein weit verbreitetes Urteil – das auch wir vor unserer Reise nach Hamburg oft gehört haben. Und es stimmt ja auch – beides gibt's in St. Pauli. Aber eben bei Weitem nicht nur.

Wobei – ein Besuch beim deutschen Fußball- Zweitligisten im Stadion am Millerntor ist auch für weniger Fußballbegeisterte ein Pflichttermin. Die Stimmung der 29.000 Zuschauer dort reißt garantiert jeden mit – und war somit auch für uns der ideale Einstieg in die Hansestadt. Die wir vom (fast) nagelneuen Arcotel aus, das direkt an der Reeperbahn vor etwas mehr als einem Jahr eröffnet wurde, erkundeten.

Aber – um weitere Vorurteile gleich zu entkräften –, nein, es stehen keine leichten Mädchen direkt vorm Hotel. Auch nicht an jeder Ecke der Reeperbahn. Aber natürlich gibt es sie (etwa am Hans- Albers- Platz) – doch das gehört zu St. Pauli natürlich dazu. Wie die rund 900 Gastro- Betriebe, die allein in diesem Stadtteil von Hamburg – insgesamt gibt's 104 Stadtteile – offen haben. Darunter stylische Leckerbissen wie das East, in dem man unbedingt die Steaks probieren muss – eine himmlische Gaumenfreude. Aber auch Beisln mit sehr konsumfreudigen Preisen (Bier oder Cola um zwei Euro), in denen übrigens meist auch geraucht werden darf.

Altonaer Fischmarkt & Hafenrundfahrt ein Muss

Überhaupt hat Hamburg auch seine preisgünstigen Seiten – etwa am Altonaer Fischmarkt, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1703 zurückreichen. Heute schreien sich Aale- Dieter & Co. die Seele aus dem Leib, bringen Fisch an den Mann und die Frau. Während Bananen- Fred seine Obstkörbe nach allen Regeln der Kunst anpreist. Und trotzdem – vorerst – auf ihnen sitzen bleibt. Doch Fred lässt sich nicht lange bitten, steckt in die – ohnehin schon vollen – Körbe weitere Früchte, und schon gehen sie weg wie warme Semmeln. Übrigens für schlanke zehn Euro – allein deshalb lohnt sich sonntags das frühe Aufstehen, denn der Markt beginnt um 5 Uhr und schließt Punkt 9.30 Uhr. Dazwischen gibt's eben Fisch, Obst, Schokolade – und in der großen Auktionshalle Brunch und zwei Bands auf zwei Bühnen, die sich im 30- Minuten- Takt abwechseln.

Der ideale Anschluss an den Fischmarkt ist natürlich die Hafenrundfahrt – die ausschließlich auf Deutsch angeboten wird. "Nur Touristen aus dem deutschsprachigen Raum interessieren sich dafür", weiß unser Guide Guido. Warum, ist nur schwer zu verstehen, denn erstens ist der Hafen eine Lebensader für Hamburg (mit rund 160.000 Jobs), und zweitens ist er mehr als sehenswert. Nicht nur wegen der riesigen Schiffe, sondern auch deshalb, weil man dabei sieht, wie sehr sich Hamburg verändert. Allein in der Hafencity werden bis 2020 rund zehn Milliarden Euro verbaut – und das nicht nur in neumoderne Glaspaläste, sondern auch im traditionellen Backstein- Outfit, wodurch der Charme erhalten bleibt.

Apropos Charme – den versprüht auch die Dauerbaustelle namens Elb- Philharmonie. Die mittlerweile nicht nur zehnmal so teuer wie geplant ist, sondern bei der nun auch ein Ende in Sicht sein soll – 2016 ist die Eröffnung (zumindest derzeit) geplant.

Charme eines Fischerdorfes in der Großstadt

Doch auch wenn dieses Datum nicht halten sollte: Hamburg versprüht auch abseits des Wassers – etwa in Ottensen – den Charme eines Fischerdorfes mitten in einer Großstadt, während das Karolinenviertel die autonome Seite samt Graffitis widerspiegelt. Die musikalische Seite der Stadt ist durch die zahlreichen Musicals – etwa im Schmidt's Tivoli oder mit "Rocky" – deutlich spürbar.

Natürlich nicht zu vergessen die Beatles, die ja in Hamburg ihre Weltkarriere gestartet haben. Und auch wenn die Stadt die Chance auf ein Beatles- Museum durch mangelnde Subventionen verstreichen hat lassen, so gibt's herrliche Beatles- Touren mit Stefanie Hempel, bei der selbst der Autor dieser Zeilen (der normalweise nichts mit den Pilzköpfen am Hut hat) in die 60er katapultiert wurde. Sieht man doch nicht nur die Clubs, in denen McCartney, Lennon, Starr und Harrison aufgetreten sind, sondern auch, wo sie gewohnt haben und vieles mehr.

Auf der Reeperbahn gibt's für jeden was

Da wird Geschichte lebendig – wobei, lebendig ist die Stadt ohnehin jeden Tag. Aber besonders natürlich Freitag- und Samstagnacht, wenn 150.000 Touristen und Einheimische, Polterer und Nachtschwärmer vor allem die Reeperbahn bevölkern – das ist schon ein Erlebnis für sich. Alle auf der Suche nach Spaß und Unterhaltung – die sie garantiert finden.

Gibt's doch für jeden etwas – vor allem auch für Bier- Liebhaber. Wie zum Beispiel die Ratsherrn- Brauerei, ein Start- up- Unternehmen, das derzeit knapp 60 verschiedene Biersorten braut. Damit die Entscheidung leichter fällt, gibt's ein eigenes "Verkostungsbrett", auf dem diverse Sorten zum Kosten angeboten werden. Doch nicht nur dafür ist Hamburg eine Reise wert. Nein, eine allein reicht nicht – denn dazu hat die Stadt zu viel zu bieten.

16.11.2013, 17:00
Christian Kitzmüller, Kronen Zeitung
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