Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
23.05.2017 - 20:18
Foto: APA/GERT EGGENBERGER, APA/HELMUT FOHRINGER

So drohen Alt- Grüne den Jung- Grünen

18.04.2017, 18:42

Der Osterfriede hat nicht lange angehalten - der Konflikt zwischen der grünen Bundespartei und ihrer rausgeworfenen Jugendorganisation schwelt weiter: In einer E- Mail mit dem Betreff "Doppeltes Spiel" wirft die scheidende Junge- Grünen- Obfrau Flora Petrik Parteichefin Eva Glawischnig vor, dass die Bundespartei entgegen ihren öffentlichen Aussagen den Verein in Konkurs schicken wolle.

Petrik beruft sich in der E- Mail von Dienstag auf Glawischnigs Aussagen in der ORF- Sendung "Im Zentrum" vom 9. April. Dort hatte Glawischnig klargestellt, dass man weder Petrik persönlich noch den Verein der Jungen Grünen in den Konkurs schicken werde, nachdem die Fördergelder für die Jugendorganisation nun ausbleiben. "Ich stelle es hier noch einmal klar und garantiere persönlich, dass das nie im Leben der Fall sein wird. Auch nicht der Verein", sagte Glawischnig im Fernsehen. "Wir wollen das nicht und wir werden das mit Sicherheit nicht tun."

Grünen-Chefin Eva Glawischnig
Foto: APA/Robert Jäger

"Ihr seid in Konkurs"

Im Vorfeld des Erweiterten Bundesvorstands am Freitag in Wien fordern die Jungen Grünen nun Klarheit, was die Bundespartei tatsächlich will - denn in einem E- Mail- Verkehr mit dem Finanzreferenten der Bundespartei klingt die Sache nach Ansicht der Jungen etwas anders: "Ihr seid in Konkurs", heißt es in dem der APA vorliegenden Mail- Wechsel. "Das ist eine Tatsache." Es handle sich um "ein Faktum, das ihr herbeigeführt habt, indem ihr einen Kreditvertrag (Überbrückungskredite für die Bundesjugendförderung, Anm.) unterschrieben habt, den ihr nicht bedienen könnt."

Wenn die Jungen Grünen gewissen Verpflichtungen nachkommen, werde man den Verein auf geordnete Weise abwickeln und schließen, und zwar ohne Konkursverfahren und mit schriftlicher Zusicherung, dass es keine Privathaftungsansprüche gegen Vorstände gibt, heißt es in einer E- Mail des Bundesfinanzreferenten von vergangener Woche. Wenn man den Verein außerhalb der Grünen weiterführen wolle, erwarte man ein ordentliches Sanierungsangebot. Werde die Mitarbeit verweigert, "werden wir Exekution betreiben und ein Konkursgericht wird entscheiden, wer von euch ggf. privat haftbar ist".

Petrik: "Bundespartei will Verein in Konkurs schicken"

"Mittels Tempo und Drohungen versucht ihr uns massiv unter Druck zu setzen", beschwert sich nun Petrik in dem Schreiben an Glawischnig, den Bundesvorstand und Funktionäre. "Die Bundespartei will den Verein in Konkurs schicken. Ihr wollt uns offensichtlich dazu zwingen, den Verein ohne demokratische Beschlüsse zu schließen und aufzulösen." Dadurch würden aber auch die weiterhin bestehenden Landesorganisationen schweren Schaden erleiden, da vieles in der Arbeit der Landesorganisationen über die Bundesorganisation laufe.

Flora Petrik
Foto: APA/Helmut Fohringer

Auch versuche die Bundespartei, die geplante Perspektivenkonferenz und einen Bundeskongress zu verhindern. Man wünsche sich weiterhin eine "geordnete und faire Scheidung", erklärt Petrik in dem Schreiben. In den nächsten Tagen soll es jedenfalls auch ein Treffen der Finanzreferenten geben, hieß es am Dienstag seitens der Jungen Grünen zum weiter schwelenden Konflikt.

ÖH- Wahlen als Stein des Anstoßes

Der Streit zwischen der Bundespartei und den Jungen Grünen hatte sich an der Kandidatur verschiedener grüner Listen bei den Wahlen zur Österreichischen Hochschülerschaft entzündet.  Die Bundespartei entzog der Jugendorganisation Ende März die Anerkennung, was wiederum in einigen Landesparteien für Kopfschütteln sorgte. Der Vorstand der Bundesorganisation der Jungen Grünen rund um Petrik hat mittlerweile seinen Rückzug angekündigt.

Die parteiinternen Unstimmigkeiten werden am Freitag bei einer Sitzung des Erweiterten Bundesvorstands aufgearbeitet, zu der zahlreiche Grünen- Politiker aus ganz Österreich erwartet werden. Im Vorfeld startet Petrik laut Facebook die Veranstaltungsreihe "Flora auf Tour - Mut, Zuversicht und Perspektiven". Auf der Runde durch alle Bundesländer sollen Ideen und offene Fragen diskutiert werden.

Redaktion
krone.at
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum