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08.12.2016 - 18:05
Foto: thinkstockphotos.de

Pensionisten werden mit einem Bettel abgespeist

18.08.2016, 16:55

Schlechte Nachrichten für Pensionisten: Ihre Pensionen werden ab 1. Jänner 2017 nur um 0,8 Prozent erhöht. Bei diesen 0,8 Prozent handelt es sich um die niedrigste Erhöhung seit vielen Jahren. Pensionisten- Vertreter Karl Blecha läuft auch schon Sturm dagegen und will für die Kleinpensionisten mehr herausholen.

Blecha am Donnerstag zur "Krone": "Ich werd dem Finanzminister und dem Bundeskanzler die Tür einrennen. 0,8 Prozent - das ist ein lächerlicher Betrag und speziell für die Mindestrentner nicht zu akzeptieren. Die müssen mehr bekommen, und dafür werde ich mich einsetzen und kämpfen."

Auch Blecha weiß natürlich, dass diese lächerliche Erhöhung speziell für die kleinen Pensionisten in der Öffentlichkeit in Zusammenhang mit der Mindestsicherung für Flüchtlinge gebracht werden wird. Diese beträgt bekanntlich - von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich - zwischen 800 und 900 Euro.

Wie die 0,8 Prozent zustande kommen

Berechnet wird die Pensionserhöhung nach der durchschnittlichen Inflationsrate im Zeitraum von August 2015 bis Juli 2016. Laut Statistik Austria liegt der Wert eben bei 0,8 Prozent - die Inflationsrate war damals besonders niedrig.

Tauziehen um höhere Mindestpension

Noch voll im Gang ist das Tauziehen innerhalb der Regierung um eine Erhöhung der Mindestpension (Ausgleichszulage) von derzeit 883 Euro auf 1000 Euro im Monat. Voraussetzung für eine solche Erhöhung ist allerdings, dass man 30 Jahre lang gearbeitet und somit einen Pensionsversicherungsbeitrag eingezahlt hat. Profitieren würden insgesamt bis zu 25.000 Personen, in der Regel Frauen mit Niedriglohn über Jahre.

Kommentar von Peter Gnam: Mit einem Bettel abgespeist
Lächerliche 0,8 Prozent mehr Pension ab 1. Jänner 2017. Das sind bei einer Pension von 1000 Euro im Monat acht Euro mehr. Bei 900 Euro monatlicher Pension - das entspricht der durchschnittlichen Pension für Frauen - kommen 7,20 Euro dazu.

Da kann man sich vorstellen, dass der eine oder andere Schaum vor dem Mund bekommt und sagt, das haben wir von der so hoch gepriesenen Willkommenskultur für Flüchtlinge und auch solchen, die sich nur als Flüchtlinge ausgeben, aber gar keine sind. Für die ist Geld da, und wir werden mit einem Bettel abgespeist, mögen sich viele denken, und da haben sie gar nicht so unrecht.

Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer hat genau das vorausgesehen und rechtzeitig bei der Mindestsicherung für Flüchtlinge die Notbremse gezogen. Sein niederösterreichischer Kollege Erwin Pröll macht's ihm nach, andere werden wohl oder übel nachziehen müssen oder es gibt einen Volksaufstand gegen "diese Politik".

Nur 0,8 Prozent - auf dem Papier mag das schon passen, weil es der gesetzlich vorgeschriebenen Inflationsanpassung entspricht. Doch Inflation ist nicht gleich Inflation - Pensionisten kaufen anders und oft teurer ein als die Allgemeinheit.

Verheerend, dass vor allem die Kleinpensionisten, die weniger, aber immerhin etwas für ihre Pension eingezahlt haben, mit ansehen müssen, dass es Zehntausende gibt, die in etwa das Gleiche im Monat kassieren, ohne jemals auch nur einen Cent einbezahlt zu haben.

Das birgt Sprengstoff der gefährlichsten Art - es besteht Handlungsbedarf.

18.08.2016, 16:55
Peter Gnam, Kronen Zeitung/red
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