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27.07.2017 - 06:28
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Foto: APA/GEORG HOCHMUTH / Video: APA

Kern will "Bündnispartner" für Muslime sein

07.06.2017, 22:38

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) will ein "Bündnispartner" für Österreichs Muslime im Kampf gegen den Terrorismus sein. Das sagte er am Mittwochabend in seiner Rede beim von der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ) veranstalteten interreligiösen Iftar (Fastenbrechen) anlässlich des Fastenmonats Ramadan. Zuvor hatte IGGiÖ- Präsident Ibrahim Olgun die jüngsten islamistisch motivierten Anschläge strikt verurteilt und Aktionen seiner Religionsgemeinschaft angekündigt.

IGGiÖ-Präsident Ibrahim Olgun (li.) mit Bundeskanzler Christian Kern
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

"Leider bleiben uns auch in diesem gesegneten Monat schreckliche Nachrichten nicht erspart", ging Olgun auf die jüngsten Terroranschläge während des muslimischen Fastenmonats Ramadan ein. Obwohl die Glaubensgemeinschaft in Österreich diese "bei jeder Gelegenheit" verurteile, komme dies leider in der Bevölkerung oft nicht an. "Der Islam rechtfertigt nie den Terror", die Würde des Menschen sei unteilbar, gab Olgun einen Glaubensgrundsatz seiner Gemeinschaft aus.

Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Glaubensgemeinschaft will Zeichen setzen

Mit einer Deklaration von rund 300 Imamen gegen Extremismus sowie einer Menschenkette will die IGGiÖ nun mehrere Zeichen setzen. Olgun forderte bei der Veranstaltung, bei der Vertreter aller anerkannter Glaubensgemeinschaften in Österreich anwesend waren, einen "Schulterschluss der Religionen". Den Ball nahm Peter Schipka, Generalsekretär der römisch- katholischen Bischofskonferenz, auf. Er sprach von der Freiheit jedes Einzelnen, religiösen Geboten zu folgen.

Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Bundeskanzler erinnert an schreckliche Zeiten

Kern ging auf die Worte des Gastgebers ein, die Würde des Menschen sei unteilbar. Toleranz müsse aber in alle Richtungen gelten, so Kern - weswegen auch Antisemitismus und Hass gegen Homosexuelle keinen Platz in einer Demokratie hätten. Ohne Namen zu nennen, verurteilte Kern "politische Tendenzen, die zunehmend Platz greifen" und Muslime als Menschen zweiter Klasse sehen würden. Auch vor 70 Jahren sei der Gewalt der Worte die Gewalt der Taten entsprungen.

Staatssekretärin Muna Duzdar, Kern und Olgun
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Erstmals hatte die Islamische Glaubensgemeinschaft zu einem Fastenbrechen in dieser Größenordnung und mit Vertretern aller Religionen geladen. Neben dem Kanzler waren auch Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ) und Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister in die Veranstaltungshalle im 23. Wiener Gemeindebezirk gekommen.

Redaktion
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