Gefährliche Pisten

Zwei Tote und zahlreiche Verletzte auf den Pisten

Österreich
12.01.2009 13:39
In ganz Österreich ist es am Wochenende zu zahlreichen schweren Wintersport-Unfällen gekommen, bei denen ein 13 Jahre alter Bub aus Slowenien und eine 47-jährige Frau aus Deutschland ums Leben kamen. Mehrere weitere Hobby-Wintersportler wurden zum Teil schwer verletzt. In Tirol wurde ein Einheimischer von einer Lawine mitgerissen, am Semmering ist ein Pärchen aus Tschechien auf der Skipiste ineinander gekracht. Gar zu 14 Ski- und Snowboardunfällen mussten Rettungskräfte am Samstag in Niederösterreich ausrücken. Gefährliches Detail am Rande: Kaum ein Opfer trug einen Helm.

Besonders tragisch war der Zusammenstoß eines 13-jährigen Buben aus Slowenien mit seinem besten Freund auf einer Piste in Bad Kleinkirchheim in Kärnten. Die Familien der beiden Kinder waren für einen Tagesausflug nach Österreich gekommen, der Vater des getöteten Buben war Augenzeuge des Dramas. Der Bursche - er stammte aus Ig, etwa zehn Kilometer südlich von Ljubljana - dürfte einen Genickbruch erlitten haben, sein Freund wurde schwer verletzt ins Landeskrankenhaus Klagenfurt geflogen. Beide Unfallopfer trugen keinen Helm.

100-Meter-Sturz über Felswand
Etwa zur selben Zeit verunglückte in Oberösterreich eine 47-jährige Schneeschuhwanderin aus Marzling in Deutschland im Gemeindegebiet von St. Gilgen im Salzkammergut tödlich. Sie rutschte abseits des Mozartsteges aus und stürzte über eine 100 Meter hohe Felswand. Die 47-Jährige war mit Winterschuhen mit Profilsohlen unterwegs, die sie allerdings beim Absturz in der Hand hielt. Kein Mitglieder der Gruppe verfügte über bergsteigerische Erfahrungen.

Touristen-Pärchen auf Piste zusammengestoßen
Ebenfalls am Samstag ist auch eine Skipiste in der Obersteiermark Schauplatz eines schweren Unfalls geworden. Auf dem Stuhleck in Spital am Semmering befuhren der 33-jährige tschechische Angestellte Ota F. und seine um drei Jahre jüngere Lebensgefährtin Veronika H. die sogenannte Schieferwiese. Unterhalb des Gasthofes Schieferhof befanden sich die beiden dann auf gleicher Höhe. Genau in dem Moment, als der Mann einen Schwung nach links machte, fuhr die Frau nach rechts - in der Mitte der Piste kam es zu einem heftigen Zusammenstoß. Veronika H. erlitt einen Bruch des rechten Schlüsselbeins, ihr Freund brach sich den linken Unterkiefer. Sie wurden im LKH Mürzzuschlag ambulant behandelt, danach fuhren sie mit dem Reisebus, in dem sie gekommen waren, nach Hause.

Snowboardfahrerin flüchtet nach Skiunfall
Nach einem Zusammenstoß mit einer Skifahrerin am Resterkogel in der Gemeinde Mittersill im salzburgerischen Pinzgau ist am Samstag eine unbekannte Snowboarderin geflüchtet. Bei dem Skiunfall wurde eine 61-jährige deutsche Pensionistin schwer verletzt. Die Frau wurde mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus Kitzbühel geflogen.


Tiroler 40 Meter von Lawine mitgerissen

In Tirol ist am Sonntag ein 28-jähriger Tourengeher rund 40 Meter von einer Lawine mitgerissen worden. Nach Angaben der Polizei konnte sich der Einheimische jedoch selbst aus den Schneemassen befreien. Der Verletzte wurde mit Hilfe eines Notarzthubschrauber geborgen und ins Tal gebracht.

Eiskletterer über 30 Meter abgestürzt
Ebenfalls in Tirol ist am Sonntag ein Eiskletterer über 30 Meter tief abgestürzt. Der Mann hatte laut Polizei im oberen Bereich der Eiswand den Halt verloren und war in die Tiefe gestürzt. Der Einheimische musste mittels Tau von einem Hubschrauber aus geborgen und schwer verletzt in das Krankenhaus Kufstein eingeliefert werden.

16-jährige Dänin bricht sich Becken
Einen Beckenbruch hat eine 16-jährige Dänin bei einem Skiunfall im Bezirk Innsbruck-Land erlitten. Die Schülerin war laut Polizei zu Sturz gekommen und dabei gegen einen mit Polstermatten abgesicherten Lichtmasten am Pistenrand geprallt. Die Begleiter des Mädchens verständigten sofort die Pistenrettung. Die junge Frau musste mit einem Notarzthubschrauber in die Innsbrucker Klinik geflogen werden.

Mehrere Unfälle in Oberösterreich
In Oberösterreich haben am Sonntag mehrere Unfälle auf Skipisten vier zum Teil schwer verletzte Wintersportler gefordert. Drei der Ski- bzw. Snowboardfahrer im Alter von acht, zwölf und 16 Jahren trugen einen Helm. Alle Verunglückten mussten von Rettungshubschraubern des ÖAMTC geborgen und in Krankenhäuser gebracht werden.

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