Pakistan-Urnengang

Ex-Premier Sharif steuert auf klaren Wahlsieg zu

Ausland
12.05.2013 08:57
Bei der Parlamentswahl in der südasiatischen Atommacht Pakistan steuert die Muslim-Liga (PML-N) von Ex-Premier Nawaz Sharif auf einen klaren Sieg zu. Nach Angaben des privaten Fernsehsenders Geo News lag die PML-N am Sonntagmorgen in 125 der umkämpften 270 Wahlkreise voran. Damit würde sie die absolute Mehrheit nur knapp verfehlen. Sharif - der in den 90er Jahren bereits zweimal Premierminister war - erklärte sich bereits in der Nacht auf Sonntag zum Wahlsieger. Die bisher regierende Volkspartei (PPP) wurde von den Wählern abgestraft.

Der Sender Dunya News berichtete, die PML-N habe bereits 80 Sitze gewonnen. Auch der staatliche Sender PTV sah Sharifs Partei voran. Bei der bisher letzten Parlamentswahl 2008 hatte die PML-N als zweitstärkste Kraft in 69 Wahlkreisen die Mehrheit geholt. Die Partei Tehreek-e-Insaf (Bewegung für Gerechtigkeit/PTI) von Kricket-Legende Imran Khan lag in der laufenden Auszählung am Sonntagmorgen deutlich hinter der PML-N auf dem zweiten Platz. Sie führte nach Angaben von Geo News in 34 Wahlkreisen. Die PPP kam nur noch auf den dritten Rang. Ihre Kandidaten lagen lediglich in 32 Wahlkreisen vorn.

Zahlreiche Wähler machten die PPP für die Energieknappheit, die Wirtschaftskrise und die miserable Sicherheitslage verantwortlich. Es ist das erste Mal seit der Unabhängigkeit 1947, dass eine zivile Regierung die Macht an demokratisch gewählte Nachfolger übergibt. Etwa die Hälfte der Zeit war Pakistan von Militärs beherrscht.

Hohe Wahlbeteiligung trotz Anschlägen
Die Wahlbeteiligung beim Urnengang am Samstag fiel trotz zahlreicher Anschläge und Anschlagsdrohungen vergleichsweise hoch aus. Wie die Wahlkommission am Sonntag mitteilte, lag sie bei fast 60 Prozent und war damit die höchste seit 1977. 2008 war die Wahlbeteiligung bei knapp 44 Prozent gelegen.

Der Chef der Wahlkommission, Fakharuddin Ibrahimi, bezeichnete die Parlamentswahl als "frei und fair". In mehr als 40 Wahlbüros eines Wahlbezirks der Millionenmetropole Karachi ordnete die Kommission allerdings eine Wiederholung der Abstimmung wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten an.

Am Wahltag wurden mindestens 29 Menschen bei Anschlägen und Angriffen getötet, mehr als 90 wurden verletzt. Über 620.000 Polizisten, Paramilitärs und Soldaten waren zum Schutz der Abstimmung eingesetzt.

"Gott hat uns mit diesem Sieg gesegnet"
Sharif sagte in der Nacht auf Sonntag vor Anhängern in der ostpakistanischen Metropole Lahore: "Gott hat uns mit diesem Sieg gesegnet. Jetzt betet, dass Gott uns mit einer (absoluten) Mehrheit segnet." Der Vizepräsident von Khans PTI, Asad Umar, gratulierte Sharif. "Es ist ein großer Tag für die Demokratie", sagte Umar.

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