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Touristiker werfen Gegnern bewusste Fehlinfos vor

18.02.2011, 01:00
Touristiker werfen Gegnern bewusste Fehlinfos vor (Bild: PHILIPP NEUNER)
Foto: PHILIPP NEUNER
Der Streit um das Ruhegebiet Kalkkögel wird immer heftiger: Touristiker und Regionalpolitiker werfen den Gegnern nun bewusst gestreute Fehlinformation vor. Vor allem die Finanzierung sei nicht so stark auf die öffentliche Hand angewiesen, wie behauptet. Zudem wartet die Gerüchteküche mit Alternativplänen auf.

Naturschützer – in erster Reihe der Alpenverein als Organisation – laufen, wie berichtet, Sturm gegen den geplanten Verbindungslift von der Axamer Lizum zur Schlick. Die Seilbahn würde durch das geschützte Ruhegebiet Kalkkögel verlaufen und wäre damit gesetzeswidrig.

Kritisiert wurde auch die Finanzierung der Skigebietsfusion Schlick- Lizum- Mutterer Alm. Die Hälfte der veranschlagten 70 Millionen Euro sollte von der öffentlichen Hand kommen. "Das stimmt nicht", sagt Planungsverbands- Obmann und Axamer BM Rudolf Nagl. "In unserem Vorschlag zahlen die Betreiber die Hälfte, 15 Prozent die Gemeinden  und nur fünf Prozent das Land. Den Rest (fast ein Drittel, Anm.) zahlen die Tourismusverbände."

Damit bezieht sich die Fehlinformation auf jenes Drittel, das aus den Tourismustopf kommen soll. Ob dies öffentliches Geld ist (jeder Selbstständige in Tirol muss eine Tourismusabgabe zahlen, Anm.) oder nicht, bleibt Auslegungssache.

Der Alpenverein hat zudem Angst, der Verbindungslift sei nur Türöffner für weitere Pisten und Bauvorhaben im Ruhegebiet. Axams BM Nagl und Neustifts BM Peter Schönherr verneinen und versprechen, dass es bei diesem Lift bleiben würde. "Aber die Skigebiete brauchen ihn, sonst müssen die Gemeinden bald viel mehr beisteuern", sagen die beiden. Eine Studie dazu existiert nicht, soll aber angeblich bald folgen.

Indessen wartet die Gerüchteküche mit weiteren Ideen wie einem Verbindungstunnel auf. Schönherr: "Das sind alte Pläne, die wir sicher nicht verfolgen." Zudem hält der Alpenverein fest: Ein Schutzgebiet gilt bis zum Erdmittelpunkt.

von Manuel Diwosch, "Tiroler Krone"

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