Vertreter des Planungsbüros Inn, die beteiligten Seilbahner, Tourismusverbände und Bürgermeister standen gestern Abend in Götzens dem Publikum Rede und Antwort und präsentierten Zahlen, Daten und Fakten des umstrittenen Skigebiets- Zusammenschlusses von Schlick (Stubai) und Axamer Lizum, der mitten durch das Ruhegebiet Kalkkögel führen würde.
"Wir brauchen nur 150 Quadratmeter des Ruhegebiets für den Bau von zwei Stützen. Alles andere bleibt unberührt. Keine neuen Pisten, keine Trassen, keine Zu- und Abfahrten", beteuerten die versammelten Projektwerber.
Die Seilbahn vom Hoadl in der Lizum bis zum Kreuzjoch im Stubai soll inklusive der skitechnischen Adaptierungen in den Skigebieten 72 Millionen Euro kosten, die Hälfte soll vom Steuerzahler kommen – so ist der Wunsch der Betreiber.
Hauptdiskussionspunkt war, welchen Sinn es macht, zwei kleine, relativ niedrig gelegene Skigebiete miteinander zu verbinden und dafür ein Schutzgebiet zumindest teilweise zu opfern. "Ohne Fusion ist keines der Gebiete konkurrenzfähig und auf Dauer überlebensfähig", sagen die Projektwerber. "Wir riskieren, wenn wir nichts tun, die wirtschaftliche Basis einer der wichtigsten Tourismusdestinationen des Landes."
Kritische Stimmen wiesen auf die Signalwirkung dieses Projektes hin und warnten vor einem "Dammbruch": "Wird dieser Plan bewilligt, kommt ein ganzer Rattenschwanz an ähnlichen in anderen Skigebieten." Der geforderte Eingriff in das Ruhegebiet Kalkkögel stehe im Widerspruch zu den völker- und staatsrechtlich verbindlichen Durchführungsprotokollen der Alpenkonvention: "Ein Bruch dieser Richtlinien für eine Seilbahn mit unklarem Nutzen wäre eine internationale Blamage", so LA Gurgiser.
von Philipp Neuner, Tiroler Krone