Wenn man den Wildschönauer TVB-Obmann Michael Unger auf das vorläufig gescheiterte Klamm-Projekt anspricht, ist sein Frust über die Kundler noch immer groß: "Vertreter von Landschaftsschutz und Umweltschutz haben zugestimmt. Es wäre kein Eingriff in die Natur, sondern die Schönheit der Klamm würde hervorgehoben." Wie berichtet, sollten insgesamt sieben Attraktionen installiert werden - unter anderem begehbare Holzplattformen im rauschenden Bach sowie Wasserspiele und ein kleiner See im Eingangsbereich der Wildschönauer Seite.
Alles nur Visionen mit vorerst unnützen Vorlaufkosten von 30.000 Euro, denn der Kundler Gemeinderat lehnte die "Inszenierung" der Klamm bei einer Sitzung im Juni ganz klar ab.
Ganz aufgeben wollen die Wildschönauer Touristiker aber noch nicht. Unger: "Wir denken an eine abgespeckte Variante. Wir würden beispielsweise auf die Stiege verzichten, die ursprünglich auf einen Felsen führen sollte, damit man die Klamm aus der Vogelperspektive erleben kann."
Kundls Bürgermeister Anton Hoflacher spricht von einem "leidigen Thema" und bleibt hart: "Wir wollen, dass die Klamm selbst die Attraktion ist." Bei einer Mini-Version würde man außerdem die EU-Förderung verlieren.
von Andreas Moser, Tiroler Krone
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