Sie waren vor allem auf den Diebstahl hochpreisiger Markenbekleidung und Brillen spezialisiert. Die Bande operierte von einem Dorf bei Vicenza aus und vertrieb ihr Diebesgut über ein gut organisierte Hehlernetz vor allem nach Serbien und Slowenien.
Als Touristen getarnt: "Neues Phänomen der Kriminalität"
In Tirol hatten die Täter im Dezember und November vergangenen Jahres in Sportgeschäften in Ischgl und Kühtai zugeschlagen, wo sie insgesamt Waren im Wert von 422.000 Euro erbeuteten. Pupp sprach von einem "neuen Phänomen der Kriminalität" in Tirol. Mit angemieteten Wohnwägen kämen die Täter vor allem aus Norditalien nach Österreich beziehungsweise Tirol und gehen so als Touristen getarnt auf Beutezug.
Die Wohnmobile werden dabei mit Diebesgut vollgestopft, führte der LKA-Chef aus. In Zukunft sollen deshalb auch Campingfahrzeuge verstärkt kontrolliert werden. Dass die Verdächtigen ausgeforscht werden konnten, sei vor allem der international gut vernetzten Polizeiarbeit zu verdanken. Pupp lobte insbesondere die gute Kooperation mit den Carabinieri in Vicenza, die bereits ebenfalls gegen Mitglieder dieser Gruppe ermittelte, und dem österreichischen Verbindungsbeamten in Italien.
Kofferetikett lieferte Spur
Das Landeskriminalamt ging schnell von einer Profi-Bande aus. An einem der Tatorte fanden die Ermittler dann ein Kofferetikett, das zu einem Busunternehmen führte, das Heimreisen von Italien nach Serbien und Kroatien organisierte. Außerdem war einer der Verdächtigen auf dem Weg zu einem Einbruch in Tirol zu schnell unterwegs und tappte in eine Radarfalle. Bei einer Hausdurchsuchung im Hauptquartier der Bande bei Vicenza wurden schließlich Preislisten von den in Tirol gestohlenen Waren und Etiketten gefunden.
Gegen vier Bandenmitglieder besteht europäischer Haftbefehl
Auf beschlagnahmten Handys fanden sich Bilder von einem Skiurlaub, auf dem sie in Tirol gestohlenes Diebesgut trugen. Die Carabinieri fanden bei den Männern auch Waffen. Gegen vier der Beschuldigten wurde bereits europäische Haftbefehle ausgestellt - dabei handelt es sich um zwei Kroaten im Alter von 32 und 46 Jahren, einen 31-Jährigen aus Bosnien-Herzegowina und einen 40-Jährigen aus Montenegro.
Zwei von ihnen befinden sich bereits in der Innsbrucker Justizanstalt in U-Haft, auch die anderen beiden sollen ausgeliefert werden. Zwei weitere europäische Haftbefehle seien in Ausarbeitung und ein weiterer Verdächtiger sei derzeit in Kroatien, wo er voraussichtlich aus angeklagt wird, gab Pupp an.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.