Reihenweise holt das Flieger-Ass die Gegner von Himmel, bis es ihn unvermittelt erwischt. Eine Rakete schlägt ein, sein Flieger schmiert ab und er seinem Ende entgegen. Glücklicherweise entpuppt sich dieses Szenario (vorerst zumindest) nur als Albtraum, der dem Spieler als Tutorial dient.
Top-Gun-Feeling statt Simulation
Da "Ace Combat: Assault Horizon" in erster Linie ein Arcade-Flieger und keine Simulation ist, lässt sich der Jet entsprechend simpel steuern. Kommt man einem Gegner nahe genug, reicht ein Druck auf die Schultertasten, um in den Dogfight-Modus zu springen. Eine entsprechend ruhige Hand vorausgesetzt, zerlegt es das feindliche Flugzeug dann bald in seine Einzelteile. Die gleiche Aktion lässt sich ausführen, wenn ein Gegner sich hinter einen gesetzt hat und in bester Top-Gun-Manier in die Bremsen gestiegen wird.
Überhaupt scheint der Klassiker der Flugfilme bei der Präsentation der Luftkämpfe eine Inspiration gewesen zu sein. Immer wieder gibt es Zwischenschnitte, um etwa den Einschlag einer Rakete zu zeigen. Wirklich beeindruckend ist die Grafik vor allem, wenn es nach unten geht, denn die meisten Bodenobjekte haben einen hohen Detailgrad, ohne dass dabei die Spielgeschwindigkeit darunter leiden würde.
Äußerst spektakulär sind auch die Wettereffekte. Wirkt es schon erhebend, durch die Wolkendecke zu stoßen und in den Tiefflug überzugehen, kann über den Regen, der realistisch die Sicht einschränkt, oder den Schneefall in Moskau, nur ergriffen gestaunt werden.
Neues altes Feindbild und jede Menge Pathos
Die Kampagne handelt von einer neuer gefährlichen Waffe namens "Trinity", die in die Hände der russischen Terrororganisation Blatnoi fällt. Gemeinsam mit der NATO und regulären russischen Truppen versuchen der Amerikaner Bishop und seine Kollegen, den Wahnsinn zu stoppen. Dabei verschlägt es sie von Afrika über Russland bis in die USA. Pathos bleibt da freilich nicht aus, insbesondere der letzte Teil trieft nur so davon. Schlussendlich schaltet sich sogar der amerikanische Präsident in den Funkverkehr ein, um der Volkstümelei zu frönen.
Vom Jet in den Heli
Obwohl einige Wendungen der Story stark vorhersehbar sind, animieren diese, die Grafik und die Luftkämpfe zum Weiterspielen. Für zusätzliche Abwechslung neben den reinen Abfangmissionen sorgen spezielle Herausforderungen, für die man die Cockpits von F22 Raptor, F14 Tomcat und einer Vielzahl weiterer zur Auswahl stehender Flugzeuge, inklusive Eurofighter, verlassen kann.
So müssen etwa mit einem Apache-Kampfhubschrauber durch das Eliminieren feindlicher Stellungen Bodentruppen unterstützt oder am Geschütz eines Blackhawk-Helikopters Soldaten des Gegners attackiert werden, um dem Special-Ops-Team Feuerschutz zu geben. Dazu kommen noch Missionen in einem Bomber oder an Bord der AC 130-U Spooky. Am Bordgeschütz wird aus großer Höhe das Vorrücken der eigenen Verbände unterstützt. Die Nachtansicht wirkt dabei erschreckend realistisch, erinnert sie doch an einschlägige Fernsehbilder.
Der Schwierigkeitsgrad der Kampagne ist auch in der leichtesten Einstellung recht knackig, doch mit etwas Übung ohne Frust zu bewältigen. Neben der Kampagne können die Missionen auch einzeln absolviert werden. Da das aber nicht gar so viel Spaß macht, stürzt man sich lieber in den Online-Part, um entweder im Koop-Modus oder in Mehrspieler-Schlachten das eigene fliegerische Können unter Beweis zu stellen.
Fazit: "Ace Combat: Assault Horizon" ist bombastisch, spektakulär und adrenalingeladen. In seiner Aufmachung gleich das Spiel einem Hollywood-Blockbuster. Realismus ist also nicht angesagt, stattdessen stehen vielmehr möglichst viele und große Explosionen sowie eine Geschichte mit amerikanischem Pathos und den Russen als neues altes Feindbild im Vordergrund. Dem Spaß tut dies keinen Abbruch: Für kurzweilige Action im Cockpit ist dank der vielfältigen Abwechslung mehr als ausreichend gesorgt.
Plattform: PS3 (getestet), Xbox 360
Publisher: Namco Bandai
krone.at- Wertung: 8/10
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