Für die Themen "Personal und Politik" sei eine Nachfrist von zwei Wochen beschlossen worden, hieß es am Mittwochnachmittag. AUA-Chef Jaan Albrecht berichtete, man habe in den vergangenen sechs Wochen jeden Euro in der Verwaltung umgedreht, um damit mehr als 100 Milionen Euro an Kostensenkungen und 60 Millionen Euro an Mehrerlösen zu finden. "Das reicht aber nicht, um die AUA nachhaltig in die schwarzen Zahlen zu fliegen." Er wolle die gewonnenen zwei Wochen noch nützen, um "Lücken zu schließen".
Protest für Freitag angesetzt
Für Freitagnachmittag ist indessen eine Protest-Betriebsversammlung der Bord-Belegschaft am Flughafen angesetzt. Von Streik redet der Piloten-Vertreter in der AUA, Karl Minhard, trotzdem nicht. Minhard spricht dem AUA-Management unter Jaan Albrecht aber ab, an echten Verhandlungen interessiert zu sein. "Diesen Anschein hat es zumindest, wenn man betrachtet, wie die Verhandlungen gelaufen sind. Offenbar hat der Vorstand vor, 'Plan B' als 'Plan A' umzusetzen. Ich hoffe, man wird zu vernünftigen Verhandlungen zurückkehren."
Der "Plan B" des Vorstands wäre die zwangsweise Überführung vor allem der teureren AUA-Piloten in den um 20 bis 25 Prozent billigeren Kollektivvertrag bei Tyrolean - für den Fall, dass man sich vorher nicht auf eine Reform der bestehenden AUA-Kollektivverträge einigt ("Plan A").
Verträge bereits gekündigt
Das Management der österreichischen Lufthansa-Tochter hat wohl auch deswegen bereits vor Wochen die Kollektivverträge für das fliegende Personal aufgekündigt und mit Zwangsumstieg auf den Tyrolean-KV gedroht. Die Gewerkschaft sprach damals von einer Provokation.
Diese KV-Kündigung würde jede Kampfmaßnahme legitimieren, sagte Minhard Mittwoch früh. "Damit haben sie die Friedenspflicht verletzt." Aber er wolle "ganz sicher keinen Streit, der auf dem Rücken der Passagiere ausgetragen wird. Wir behalten kühlen Kopf".
"Ich lasse mich nicht provozieren"
Selbst wenn Streiks in der Luftfahrt derzeit an der Tagesordnung sind, will sich Minhard "nicht in diese Richtung treiben lassen. Ich lasse mich nicht provozieren, damit es später nicht heißt, wir hätten durch Streiks die Firma in eine Schieflage gebracht".
Bord-Betriebsratschef Minhard warnte vor allem vor einer Abwanderungswelle. Käme "Plan B", wäre es für viele Piloten wohl die bessere Option, mit einer Abfertigung die AUA zu verlassen. "Wenn nur die Hälfte der Leute gehen würde, bei denen das möglich wäre, wären 15 bis 20 Flugzeuge am Boden", fürchtet Minhard. Das würde das Unternehmen zusätzlich gefährden.
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