"Österreich ist immer ganz gut gewesen. Wir sind an zweiter Stelle. Aber trotzdem erleben 20 bis 25 Prozent der Menschen, die sich zu einer Lebertransplantation entschlossen haben, den Zeitpunkt der Operation nicht. Bei den Herztransplantationen sind es zehn bis 15 Prozent, bei den Nierentransplantationen sind es fünf Prozent, die den Zeitpunkt der Operation nicht erleben", sagte Ferdinand Mühlberger, Vorstand der Chirurgischen Universitätsklinik am Wiener AKH.
Rund 1.000 Menschen befinden sich auf den Wartelisten. Um mehr Organe zur Verfügung zu haben, müsste dieser Sektor der Medizin noch mehr unterstützt werden. Albert Reiter, Intensivmediziner und NÖ Transplantationsreferent: "Wenn ich weiß, dass ich Patienten nicht mehr helfen kann, weiß ich so wenigstens, dass ich Patienten habe, mit denen ich anderen Menschen das Leben retten kann." Die Organe eines Spenders können bis zu sieben Schwerstkranken das Überleben sichern oder ihnen zumindest eine bessere Lebensqualität bieten.
Während an den großen Spitälern mit Intensivstationen die Erfassung von Hirntoten als mögliche Organspender in Österreich weitgehend funktioniert, hinken kleinere Spitäler noch nach. Waren früher vor allem junge Menschen nach Motorradunfällen die "klassischen" Organspender, hat sich in Richtung 45- bis 60-Jähriger nach Gehirnblutungen (Bluthochdruck) verschoben.
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