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29.11.2008, 08:12
Gewalttätige Schüler kosten eine Million Euro
Gewalttätige Schüler kosten eine Million Euro (Bild: APA/DPA/Markus Führer)
Therapie, Betreuung, mögliche Gerichtsverhandlungen - jeder gewalttätige Schüler, der als Krimineller endet, kostet den Staat eine Million Euro! Diese alarmierende Zahl präsentierte jetzt der Kriminologe Friedrich Lösel. Wie er kamen am Freitag Hunderte Experten zum Schulgewalt-Krisengipfel nach Wien. Ein neuer Anlauf gegen ein altes Problem.

Prof. Friedrich Lösel ist einer der weltweit anerkanntesten Kriminologen und zugleich Cambridge-Universitätsprofessor. Er hat ausgerechnet, was ein Kind, das zuerst in der Schule mobbt und prügelt und dann als Krimineller endet, dem Staat kostet. "Eine Million Euro sind das", erklärt er. " Das setzt sich aus Betreuungskosten, Geld für Opfer, Therapeuten und Heimaufenthalten zusammen." Es ist eine einfache Kalkulation: Je früher Aggression im Unterricht gestoppt werden kann, desto günstiger für Opfer und Staat. Weniger einfach ist es, die Spirale aus Gewalt auch früh zu unterbrechen.

Fünf-Punkte-Programm

Aus diesem Grund versammelten sich Freitag Hunderte Experten (Lehrer, Psychologen, Polizisten usw.) im Siemens Forum Wien, um gemeinsam eine neue Strategie zu entwickeln. Bildungsministerin Claudia Schmied und Psychologin Christiane Spiel präsentierten auch gleich ein Fünf-Punkte-Programm, das sofort umgesetzt werden soll:

* Gewaltprävention und "soziale Kompetenz" als verpflichtendes Ausbildungsmodul für alle angehenden Pflichtschullehrer.

* Aufstockung der Schulpsychologen um 20 Prozent auf 180 Planstellen.

* Mehr Programme und Konzepte zur Gewaltprävention. Schon in der Volksschule wird damit im großen Stil begonnen.

* Jede Schule soll Verhaltensvereinbarungen gemeinsam mit Kindern, Lehrern und Eltern abschließen. Mehr Informationen: www.weissefeder.at.

* Jährliche Diskussionsrunden aller Partner, wie Lehrer, Polizisten usw.

Kosten: 2,9 Millionen Euro

Kosten wird das Ganze 2,9 Millionen Euro. Also so viel wie drei brutale Schüler. Umgesetzt werden kann die Strategie nicht früh genug. Erst Mittwoch drohten zwei Jugendliche an einer Salzburger Schule mit einem Amoklauf. Aus Langeweile.

Michael Pommer, Kronen Zeitung

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