"Wir haben hier schon viel erlebt, weil unsere Gemeinde in einer Tallage ist und das Wasser von den Feldern ringsum sehr rasch zu uns kommt", erzählt eine betroffene Anrainerin aus Herzogbirbaum, "aber so etwas haben wir noch nie erlebt." Mehrere Ortschaften im Bezirk wurden getroffen, auch in Bruderndorf waren viele Straßen nicht mehr befahrbar.
Alles begann eigentlich ganz harmlos: Gegen 19 Uhr formierten sich die ersten Gewitterwolken über der beschaulichen Weinviertel- Gemeinde, dann die ersten Blitze. "Doch plötzlich öffnete der Himmel seine Pforten und es hörte einfach nicht mehr auf zu schütten", schilderte ein alarmierter Feuerwehrmann.
Dreißig Minuten stürzte das unglückbringenden Nass herab, auf den völlig ausgetrockneten Böden verwandelten sich winzige Bäche binnen Augenblicken in reißende Ströme. Die Wassermassen, vermischt mit Schlamm und Geröll, zogen wie eine Walze durch den Ort und die Nachbargemeinde Bruderndorf. Viele Straßen standen bis zu einem Meter unter Wasser. Zig Höfe und Gärten wurden überflutet.
Feuerwehren und Straßenmeistereien waren bis in die Nacht hinein im Großraum Großmugl mit den Aufräumarbeiten beschäftigt, berichtete die niederösterreichische Sicherheitsdirektion. Doch erst am Sonntag wurde das ganze Ausmaß des Unwetters sichtbar, der Sachschaden ist riesengroß. Das Aufräumen wird wohl noch Wochen dauern.