Paukenschlag!

Folgt Marchetti: Kurz-Berater neuer ÖVP-General

Innenpolitik
07.07.2026 18:05

Der zuletzt unter Druck geratene ÖVP-Manager Nico Marchetti tritt zurück. Der 36-jährige Wiener hatte zuletzt bei der Bestellung eines neuen ORF-Generaldirektors einen Fehler gemacht. Ihm wurden aber auch die desaströsen Umfragewerte der ÖVP angelastet. Die „Krone“ weiß, wer folgen soll.

Marchetti ist ein Vertrauter von ÖVP-Chef und Kanzler, Christian Stocker. Mehrere Bundesländer hatten aber zuletzt seine Ablöse gefordert. Allen voran Oberösterreich, das kommendes Jahr um den Landeshauptmann-Sessel kämpft. Der 36-Jährige werde Abgeordneter und Bildungssprecher sowie Bezirksparteiobmann in Favoriten bleiben, teilte die ÖVP mit.

Seine Funktion als Mediensprecher dürfte er damit verlieren. Diese hatte ihn zuletzt in Schwierigkeiten gebracht, weil er dem früheren APA-Chef Clemens Pig öffentlich die Kandidatur für den ORF-General nahegelegt und damit den Eindruck eines abgekarteten Spiels bestätigt hatte.

Stocker bedankte sich bei Marchetti für seine „umsichtige Tätigkeit als Generalsekretär“, seine Loyalität und dafür, „dass er sich in einer mehr als herausfordernden Zeit voller Umbrüche und Veränderungen dieser Aufgabe mit vollem Einsatz gewidmet hat“.

Er habe sich als „durchaus untypischer Generalsekretär in den Dienst“ seiner Partei gestellt, meinte Marchetti selbst. „Die letzten Jahre war ich allerdings ausschließlich Berufspolitiker und ich verspüre den großen Wunsch, mir ein zweites Standbein neben der Politik aufzubauen. Daher habe ich entschieden, dass es ein guter Zeitpunkt ist, meine Funktion des Generalsekretärs mit Ende Juli zurückzulegen.“

Markus Gstöttner dürfte neuer ÖVP-General werden.
Markus Gstöttner dürfte neuer ÖVP-General werden.(Bild: Michael Indra)

Kurz-Berater folgt
Bemerkenswert ist auch die Entscheidung für den Nachfolger: Markus Gstöttner. Er war einer der wichtigsten Berater von Ex-Kanzler Sebastian Kurz, vor allem in wirtschaftlichen Fragen. Stocker holte ihn zuletzt als Koordinator der Reformpartnerschaft, deren Ergebnisse sehr durchwachsen waren. Der 39-jährige Wiener dürfte aber den Parteichef überzeugt zu haben.

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