Gegen 0.30 Uhr hatte zunächst eine Frau, die mit ihrem Hund unterwegs war, Schüsse am Eingang zum Helenental vernommen: Sie verständigte sofort die Stadtpolizei. Kurz danach meldeten sich weitere Anrufer, die von Böllerschüssen sprachen. Die Besatzung einer Funkstreife stellte wenig später fest, dass die Schüsse aus Richtung der Ruine Rauheneck kamen.
Am Weilburgplatz in unmittelbarer Nähe des Aufganges zur Ruine fiel den Beamten schließlich ein abgestellter Pkw auf. Während das Auto unter Beobachtung von Uniformierten blieb, nahmen andere Beamte der Bundes- und Stadtpolizei im Wald um die Ruine Aufstellung. Als gegen 2.30 Uhr zwei Männer ins Auto stiegen und wegfahren wollten, schlug die Stunde der Polizisten: Sie stoppten den Wagen, der von einem 28- jährigen Badener gelenkt wurde. Am Beifahrersitz hatte ein Mann (31) aus Alland Platz genommen. Bei der Fahrzeugkontrolle fanden die Beamten schließlich einen Karabiner des Typs K11.
Später bei der Einvernahme am Stadtpolizeiamt gab der Lenker zu, die Schüsse abgegeben zu haben. Er will vom Turm aus senkrecht in die Luft gefeuert heben. Das Gewehr habe er im November in Baden gekauft, in einem anderen Waffengeschäft Bestandteile für die Fertigung von Munition erstanden. Die Patronen, von denen am Dienstag an die 100 abgefeuert wurden, seien alle selbst hergestellt gewesen.
Der Karabiner und ebenfalls beschlagnahmte Munition wurden wie der Führerschein des Beschuldigten der BH Baden übergeben. Den 28- Jährigen erwartet außerdem eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt.