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Tiertransporte - grausame Quälerei auf unseren Straßen

28.08.2010, 18:08
Tiertransporte - grausame Quälerei auf unseren Straßen (Bild: Polizei)
Foto: Polizei
Die "Steirerkrone" beleuchtet das Thema Tierschutz in einer Serie aus allen Blickwinkeln. Im sechsten Teil widmen sich Christa und Eva Blümel den Tiertransporten.

Mehr als 300 Millionen Rinder, Kühe, Schafe, Hühner - diese unglaubliche Anzahl an Tieren wird jedes Jahr durch die Europäische Union gekarrt. Kreuz und quer, Tausende Kilometer weit, durch Hitze und Kälte - nur um danach zu sterben. "Strukturelle Sünde", nennt das der Tierethiker. "Größte staatlich geförderte Tierquälerei" sagen viele Leute mit Herz. Ein Ende des Horrors auch auf steirischen Straßen ist nicht einmal in Sicht.

"Aber geh", wird der Kritiker sagen, der sich das billige Schnitzel nicht verhauen lassen will, "früher waren ja viele Tiertransporte unterwegs, aber heute sieht man die ja gar nie mehr." Stimmt - denn die Capos dahinter sind nicht dumm. Sie wissen, dass die heute sensiblere Gesellschaft keine Tiere sehen will, die verzweifelt am Gitter lecken. Die bei Wind und Wetter, Hitze und Schnee im Höllentempo herumgekarrt werden. Daher sind moderne Lkw heute bummfest zu, kaum als solche erkennbar. Aber das heißt nicht, dass sie nicht da sind, ganz im Gegenteil. Die Zahl der EU- Fahrten ist auf jährlich 356.000 angestiegen, mit mehr als 300 Millionen Tieren.

Leichtfried: "Sowas ist doch nicht normal"

Außerdem: "Durch die strengen Kontrollen bei uns in der Steiermark weichen jetzt viele aus", weiß Niki Kulmer von der "TierWeGe", die öfters Horrortransporte auffliegen lässt. "Das allein ist schon Gesetzesbruch, weil die kürzeste Strecke zu nehmen wäre." Ein Beispiel für den Wahnsinn: Kühe dürfen 30 Stunden fast ohne Unterbrechung transportiert werden. Dann eine Pause - dann wieder 30 Stunden. Und wieder. Und wieder. "Sowas ist doch nicht normal!", sagt EU- Abgeordneter Jörg Leichtfried (SPÖ), der den Wahnsinn schon lange bekämpft, aber gegen eine Mauer aus Lobbyisten ankämpft. Die Tendenz ginge zwar in Richtung verschärfter Kontrollen, aber die EU kontrolliert ja selber nichts. Und die Länder spielen da oft nicht mit."

"Strukturelle Sünde"

Leichtfried versucht mit einer Gruppe von Abgeordneten, den Langstreckentransporten über Unwirtschaftlichkeit - höhere Besteuerung bei Lebendtieren etc. - den Garaus zu machen. "Aber das ist ein langer Weg. Sie gehören einfach endlich abgeschafft." Verstärkung kommt von der Wissenschaft. Der bekannte Grazer Tierethiker Prof. Kurt Remele sagt: "Wir setzen die Tiere den Qualen des Transports aus. Man kann hier von struktureller Sünde sprechen." Wir müssen bei Tierquälereien also nicht etwa nach Asien schauen - nur auf unsere eigenen Straßen. Und die eigenen Teller. Was der Konsument tun kann? Das ist klar: nur kontrollierte Produkte aus der eigenen Region kaufen. Vom "Bauern nebenan" also!

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