Machthaber auf See

Bericht: Assad von Russen bewacht auf Kriegsschiff

Ausland
14.01.2013 12:50
Syriens Machthaber Bashar al-Assad soll sich laut aktuellen Geheimdiensterkenntnissen vorwiegend auf hoher See und nur mehr selten auf dem Festland, genauer gesagt in der Hauptstadt Damaskus, aufhalten. Der Präsident sei sich die meiste Zeit über auf einem Kriegsschiff im Mittelmeer unter "russischer Bewachung", berichtete die saudische Zeitung "Al-Watan".

Auch seine Familie und eine begrenzte Zahl von Getreuen sollen sich auf diesem Schiff befinden. Wenn sich Assad bei Empfängen und anderen Anlässen persönlich zeigen müsse, benutze der Präsident einen Hubschrauber, um sich an Land fliegen zu lassen. Eine Bestätigung von anderer Seite liegt aber bisher nicht vor.

Assad: "Ich muss in Syrien leben und sterben"
"Ich bin Syrer und muss in Syrien leben und sterben", mit diesen Worten wurde der Machthaber im November des vergangenen Jahres im arabischsprachigen russischen Fernsehsender Rusija al-Jaum zitiert. Eine Flucht ins Exil kam für den syrischen Machthaber bisher nicht infrage. Bei diesem Interview handelte es sich um einen der seltenen öffentlichen Auftritte Assads in den vergangenen Monaten. 

Zuletzt hatte sich Assad am 6. Jänner in einer TV-Rede zu Wort gemeldet und zur vollständigen nationalen Mobilisierung gegen die "Terroristen" - gemeint sind alle Rebellen - aufgerufen. Zum wiederholten Male erinnerte der Präsident daran, dass es sich bei den Oppositionellen um Kräfte aus dem Dunstkreis islamistischer Extremisten bzw. um ausländische Agenten handeln würde. Und da sich diese nicht für einen offenen politischen Dialog interessierten, bleibe dem Regime nichts anderes als Gegengewalt übrig.

Kämpfe gehen mit unverminderter Härte weiter
Diese erfolgt derzeit vermehrt in Form von Luftschlägen. So sollen bei einem Luftangriff auf eine von syrischen Rebellen besetzte Stadt in der Nähe von Damaskus nach Angaben von Oppositionellen vor Ort mehrere Menschen getötet worden sein. Es gab unterschiedliche Angaben über die Zahl der Todesopfer, unter denen auch Frauen und Kinder sein sollen. Staatliche Medien berichteten zunächst nicht über den Angriff.

Die Rebellen kontrollieren mittlerweile große Teile Syriens und sind bis an die Tore der Hauptstadt herangerückt. Die Aufständischen rekrutieren sich überwiegend aus der sunnitischen Bevölkerungsmehrheit. Assad gehört der den Schiiten verwandten Gruppe der Alawiten an.

UNO-Angaben: 60.000 Tote und 600.000 Flüchtlinge
Seit Beginn der Massenproteste gegen das syrische Regime vor 22 Monaten sind nach Angaben der Vereinten Nationen 60.000 Menschen getötet worden. Außerdem sollen inzwischen etwa 600.000 Syrer in die Nachbarländer Libanon, Jordanien, Türkei und Irak geflohen sein.

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