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"Die Eiserne Lady": Meryl Streep als Margaret Thatcher

29.02.2012, 16:11
Foto: Filmladen
Meryl Streep und das Wunder einer Inkarnation, wird sie doch in Gestik, Mimik und Aussehen zu Margaret Thatcher. In "Die Eiserne Lady"  (Kinostart: 2. März) steigt die Schauspielerin auf den Olymp ihres Könnens.

Margarets politisches Bewusstsein wurde in frühester Jugend entfacht. Ein Studienplatz in Oxford schärfte den Geist und war gleichzeitig Flucht aus einem kleinbürgerlichen Milieu mit fest zugewiesenen Geschlechterrollen. Sie wurde Englands erster weiblicher Premier, mit dem Mann an ihrer Seite verband sie eine innige Herzenskomplizenschaft. Die kühne Liberalisierung des britischen Finanzmarktes war ihr Atout, London wurde zur "City of Mammon", zur Metropole des Geldes.

Für die Rückeroberung der von Argentinien besetzten Falklandinseln nahm Margaret Thatcher einen hohen Blutzoll britischer Soldaten in Kauf. Da wurde sie längst "die eiserne Lady" genannt - ein Spitzname, den ihr die Sowjetunion ob ihrer eisernen Opposition gegen den Kommunismus gab.

"The Iron Lady", so auch der Originaltitel eines erstaunlich moderat politischen Margaret- Thatcher- Biopics, das als furiose Montage vierzig Jahre umspannt - und als intimes Porträt den Menschen hinter der Politikerin sichtbar macht. Zwischen Reminiszenzen an ihr kompromissloses Wirken und an ihre Ehe mit Denis Thatcher schwingt das Pendel sehr privater Erinnerungen. Gespielt wird die Instinkt- Politikerin von Meryl Streep. Nein, Streep ist (!) Margaret Thatcher. Eingebettet in erstklassiges Produktionsdesign und in die sensible Regie von Phyllida Llyod ("Mamma Mia!"), trifft sie Mimik, Gestik und Ton perfekt.

Streep mit Dreiwettertaft- Frisur

Mit Perlenkette, Politsturm- erprobter Dreiwettertaft- Frisur, den agilen Leib in britischen Ladyschick verpackt, entspricht Meryl Streep optisch ganz der "eisernen Lady", deren Schlagfertigkeit zudem waffenscheinpflichtig war. Erst wenn sie - musikalisch unterlegt von Bellinis "Casta Diva" - Downing Street verlässt, gemahnt sie an die tragische Heldin einer Oper. Und wenn Margaret Thatcher schließlich als betagte Dame Bilanz zieht und bang ihr Eheglück im intimen Zwiegespräch mit ihrem 2003 verstorbenen Gatten (gespielt von Jim Broadbent) hinterfragt, fällt alle Härte von ihr ab.

Meryl Streep: "Menschen vergessen häufig, dass auch Politiker einen Tribut zahlen müssen. Wir betrachten diese öffentlichen Persönlichkeiten, als seien sie Götter oder Monster, aber wissen Sie, am Ende sind wir alle nur Menschen!"

Christina Krisch, Kronen Zeitung
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