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Podiumsdiskussion in Graz: Unser Fleisch-Dilemma

01.02.2012, 15:28
Podiumsdiskussion in Graz: Unser Fleisch-Dilemma (Bild: Ricardo Heintz)
Foto: Ricardo Heintz
Hochinteressant das Thema, hochkarätig besetzt das Podium - bei der Diskussion zum Thema "Streicheln, schützen, schlachten", welche die Uni- Ringvorlesung "Das Tier und wir" am 31. Jänner in Graz zum Abschluss und vielleicht auch Höhepunkt brachte. Teilnehmer waren der passionierte Jäger Bernhard Frizberg, der Zoologe Heinrich Römer, Chocolatier Josef Zotter, Autor Franz M. Wuketits und "Krone"- Tierlady Maggie Entenfellner.

Stundenlang wurde diskutiert, durchaus kontrovers. Und das Publikum ging mit massiven Denkanstößen nach Hause. Hier einige Auszüge der markantesten Aussagen.

Maggie Entenfellner:

  • "Seit 1960 hat sich der Fleischkonsum bei uns verfünffacht!"
  • 1980 musste ein Arbeiter für ein Kilo Schwein 47 Minuten lang arbeiten, 2004 waren es 26, jetzt sind es nur noch 15; "damit kostet Biofleisch vom Feinsten heute immer noch weniger als Fleisch damals. Das Argument, Bio sei zu teuer, kann ich damit sicher nicht gelten lassen. Das Fleisch ist viel zu billig!"
  • "Der Böse ist nie der Bauer, ganz im Gegenteil. Tierschutz in der Landwirtschaft liegt in der Hand des Konsumenten anhand der Nachfrage."
  • "Tierversuchs- Ergebnisse müssten der pharmazeutischen Industrie weltweit zugänglich gemacht werden, statt immer wieder neu durchgeführt. Sowas ist einfach nur barbarisch."
  • "Bei Transporten schleppt man die armen Tiere zig Kilometer weit von A nach B – nur um sie zu schlachten. Grauenvoll. Dazu kommen mit den Abgasen Umwelt- und durch Stresshormone im Fleisch Menschenschutzaspekte. All das wäre durch Kühltransporte zu lösen."

Josef Zotter lässt in seinem begehbaren Tierpark die Menschen ihrem "Essen" ins Auge schauen – viele verbinden Fleisch unter Folie ja gar nicht mehr mit einem lebendem Tier!

  • "Wer Fleisch isst, müsste das Tier davor auch töten können – das wäre der Ansatz für viel mehr Vegetarier."
  • "Wenn die Leut' dem Tier gegenüber stehen, werden sie zu anderen Menschen. Wie lang das picken bleibt? Weiß ich nicht…"
Christa Blümel, Kronen Zeitung/red
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