Am eigentlichen Spielprinzip hat sich auch 22 Jahre nach dem ersten Erscheinen nichts geändert. Von oben nach unten herunterfallende Blöcke müssen durch Rotieren so gestapelt werden, dass sie eine durchgehende Linie ergeben und sich dadurch in Luft auflösen. Mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad fallen die Klötzchen immer schneller, bis zum Schluss der ganze Bildschirm zugemauert und das Spiel zu Ende ist.
In diesem Aspekt hält sich auch "Tetris Evolution" strikt an die Vorlage, bereichert das bereits bekannte Spielprinzip jedoch durch eine Vielzahl unterschiedlicher - acht an der Zahl - Modi. Neben dem klassischen Modus, bei dem es so lange wie möglich durchzuhalten gilt, gibt es auch Modi, in denen auf Zeit Zeilen entfernt oder Punkte erreicht werden müssen. In "Go Low" regnet es hingegen Punkte, je niedriger die Steine gestapelt werden, während es im "Cascade"-Modus nur dann Punkte gibt, wenn durch das Beseitigen einer Zeile die Steine so herunterfallen, dass dadurch weitere Zeilen verschwinden.
Was "Tetris Evolution" noch von anderen Tetris-Varianten unterscheidet, ist die Möglichkeit, mit bis zu vier Spielern über Xbox-Live oder auf einer Konsole zu spielen – dann aber meist auf Kosten der Übersichtlichkeit. Die zuvor erwähnten Singleplayer-Modi können gegeneinander, voneinander unabhängig oder in einer Hotseat-Variante bestritten werden. Während im "Independen-Style" also jeder fleißig vor sich hinstapeln kann, schiebt man in der "Versus"-Variante dem Kontrahenten durch das Auflösen von Blöcken neue Zeilen zu.
Zu guter Letzt versucht "Tetris Evolution" natürlich auch in Sachen Präsentation zu punkten - schließlich handelt es sich bei der Xbox 360 um eine Next-Gen-Konsole. Von einer - wie angekündigt - "umwerfenden HD-Grafik" und "fast real" erscheinenden Steinchen ist allerdings nichts zu bemerken. Es sind eben nun mal nur bunte Klötzchen, die von oben nach unten fallen. Allerdings erlaubt das Spiel dem Steinestapler, sowohl Hintergrund als auch Skin der Matrix anzupassen. Gerade die animierten Hintergründe - Autolichter bei Nacht oder ein sich im Wind bewegender Ast - lenken den Spieler jedoch nur zu leicht vom eigentlichen Geschehen an.
Auch bei der Musik darf frei gewählt werden: Insgesamt zehn Songs, von Bluesrock über Techno bis Ambient, stehen zur Auswahl. Natürlich findet sich auch eine aufgepeppte Version der Original-Tetris-Melodie unter den Tracks.
Fazit: Von einer "Evolution" kann bei "Tetris Evolution" nicht die Rede sein. Die Songauswahl ist recht dürftig und auch die Idee, hübsche Bilder oder Videos als Hintergrund zu verwenden, ist zwar nett, macht den Braten aber nicht fett. Eine Entschädigung für die eher enttäuschende Aufmachung bieten hingegen der Mehrspieler-Modus und die unterschiedlichen Singleplayer-Varianten. Wer mit seiner Xbox 360 also nicht auf diesen Videospiel-Klassiker verzichten möchte, kann - zumal kein Vollpreisspiel - ruhig zugreifen. Allzu viel davon erwarten sollte man sich jedoch nicht.
Plattform: Xbox 360
Publisher: THQ
Krone.at-Wertung: 60%
von
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