Heiße Kurven

Perfect Dark Zero

Spiele
31.01.2006 16:03
Mit "Perfect Dark Zero" präsentieren die Entwickler von Rare ihren zweiten Starttitel zu Microsofts NextGen-Konsole Xbox 360. Protagonistin ist die hübsche Joanne Dark, die sowohl körperlich als auch mit Waffen gut bestückt ist, um gegen den fiesen Zhang-Li in die Schlacht zu ziehen. Der, wie könnte es anders sein, strebt in diesem Shooter nämlich nichts geringeres als die Weltherrschaft an.

Fiese und korrupte Konzerne beherrschen - Globalisierung sei Dank - die Welt. Eine dieser Firmen ist dataDyne, dessen Besitzer Zhang-Li nichts Gutes im Schilde führt. Aber der alte Chinese hat seine Rechnung ohne die hübsche Joanne Dark gemacht. Die ist nämlich eine knallharte Agentin und macht sich gemeinsam mit ihrem Vater, schließlich fällt der Apfel nicht weit vom Stamm, auf die Jagd. Auf ihrer Reise verschlägt es sie dabei von unterirdischen Hochsicherheitslabors in chinesische Schneelandschaften oder den Dschungel. Warum? Keine Ahnung. Die Story ist nämlich getrost zu vergessen und sorgt eher für Verwirrung denn für Atmosphäre.

Ausgerüstet ist Joanne mit jeder Menge klein- und großkalibriger Waffen, die sowohl über eine Primär- als auch eine Sekundärfunktion verfügen. Neben den Waffen, und das ist das Spannende, verfügt die Frau aber auch über nette Gadgets, mit denen sich beispielsweise Schlösser knacken oder Korridore ausspionieren lassen. Im Falle der zu öffnenden Türen muss sich der Spieler dann beispielsweise kleinen Puzzleaufgaben stellen, um den passenden Code zu entschlüsseln. Das ist nicht nur abwechslungsreich, sondern bei steigendem Schwierigkeitsgrad, derer es insgesamt drei gibt, auch richtig anspruchsvoll. Einen kleinen Haken gibt es jedoch: Jo ist nur bedingt belastbar und kann daher nur eine begrenzte Anzahl an Waffen und Items in ihrem Agentenkoffer spazieren tragen.

Zu Beginn einer jeden Mission packt Joanne also ihren Koffer und macht sich dann daran alles auszuschalten, was ihr vor den Abzug läuft. Springen kann sie nicht, dafür kann Jo in Deckung gehen. Das ist auch bitter nötig, denn a) gibt es Überwachungskameras, die sehr schnell dafür sorgen, dass unzählige Gegner anrücken, und b) entdeckt einen der virtuelle Gegner wirklich aus jeder noch so großen Entfernung, was leider schnell ein wenig unfair wirkt. Dennoch verleiht diese Stealth-Komponente dem Spiel eine gewisse taktische Komponente. 

Probleme gibt es hingegen keine mit dem zu findenden Weg: Im Notfall zeigen leuchtende Pfeile auf dem Boden, wie es weiter geht. Dies kann angesichts der recht großen Level sehr hilfreich sein. Vor allem auch dann, wenn Joanne eine Hovercraft besteigt und über das Wasser dahingleitet. Diese Fahrzeug-Missionen, auch ein Jetpack-Level ist vorhanden, nehmen jedoch nur einen kleinen Teil des gesamten Spiels ein.

Story flopp, Koop top
Während "Perfect Dark Zero" im Einzelspieler-Modus zwar eine grundsolide, aber keine wirklich herausragende Shooter-Kost liefert, so entwickelt sich das Spiel im Koop- oder Online-Modus (bis zu 32 Spieler auf insgesamt sechs unterschiedlich großen Maps) zu einem echten Highlight. Das tolle am Koop-Modus ist, dass beide Spieler nicht zwangsläufig am selben Ort starten und dann so erst, durch unterschiedliche Missionsziele, zueinander finden müssen. In kleinen, comic-artigen Filmsequenzen erfährt man immer wieder, was der Partner gerade so treibt. Leider ist das Radar nicht so gut gelungen, wie man es beispielsweise von "Halo" gewohnt ist. Der Aufenthaltsort des Koop-Kollegen bleibt so also immer ein kleines Rätsel.

Grafik mittel, Sound prächtig
Grafisch präsentiert sich "Perfect Dark Zero" für 360er-Verhältnisse "nur" recht schmuck und nicht ganz so prächtig wie Rares zweiter Starttitel "Kameo". Auffallend ist, dass viele Oberflächen extrem glänzen und dadurch die Level mit der Zeit ein wenig zu steril und künstlich wirken, was sich negativ auf die Atmosphäre auswirkt. Die leidet nämlich ohnehin schon stark unter der konfusen und unzusammenhängenden Story sowie einer nur mäßigen Synchronisation. Anders hingegen die Musik, welche ordentlich rockt und zusammen mit den fetzenden Waffen-Sounds wieder einiges wett macht. Sehr schön war zum Beispiel das knirschende Geräusch beim Gehen auf Schnee.

Fazit: "Perfect Dark Zero" ist leider kein Halo-Nachfolger, was auf den nur mittelprächtigen Einzelspieler-Modus zurückzuführen ist. Im Koop- oder Online-Modus spielt der Shooter jedoch seine Stärken aus und weiß dennoch zu überzeugen.

Plattform: Xbox 360
Publisher: Microsoft
Krone.at-Wertung: 83%


von Sebastian Räuchle

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