Geballte Action

Killzone: Liberation

Spiele
29.12.2006 15:51
Jan Templar, Fans des PS2-Originals bereits bestens bekannt, hat mal wieder die Arschkarte gezogen: Armin Metrac, General der Helghast, bedroht die Zivilbevölkerung der Stadt Rayhoven. Als er kurz darauf noch Geiseln nimmt, muss sich Templar, kampferprobter Söldner der er nunmal ist, in "Killzone: Liberation" erneut hinter die feindlichen Linien wagen.

Dort angekommen gibt es nur eine goldene Regel: alles über den Haufen zu schießen, was einem nicht freundlich gesonnen ist. Und das ist eine ganze Menge. Glücklicherweise ist Templar aber nicht völlig auf sich allein gestellt, alte und neue Weggefährten unterstützen ihn. Hin und wieder darf Jan auch mit einem Waffenbruder um die Häuser ziehen, der ihn eskortiert oder auf Tastendruck an strategisch wichtigen Punkten Stellung bezieht. 

Die meiste Zeit sitzt Jan jedoch alleine im Schlamassel und kann sich nur auf sein umfangreiches Waffenarsenal berufen: Diverse Maschinengewehre, Splitter- oder Nebelgranaten sowie hochexplosiver C4-Sprengstoff, zum Wegsprengen von Hindernissen, stehen in Versorgungskisten je nach Schwierigkeitsgrad (drei an der Zahl) ausreichend zur Verfügung. Für zusätzliche Action und Abwechslung sorgen ein Ausflug im Panzer oder stationäre MGs.

Das alles ist auch bitter nötig, sind die Missionen doch trotz einfacher Aufgabenstellung ("Eskortiere X sicher zum Ausgang", "Halte die Stellung", etc.) alles andere als einfach. Wer hier schnell vorpreschen möchte, wird fast ebenso schnell ins Gras beißen. Grund ist die sehr gut gelungene KI der Gegner, die gerade bei den Bosskämpfen einiges an Taktik verlangt. Mitunter kann einen die Treffsicherheit der Helghast aber auch zur Weißglut treiben, können die Schurken doch meist wesentlich mehr einstecken als man selbst.

Hinzu kommt die relativ bescheidene Treffsicherheit des Helden, die auf die eher schwammige Zielerfassung zurückzuführen ist. Während das Auto-Aiming bei wenigen Angreifern noch recht zuverlässig Unterstützung bietet, versagt es bei größeren Gegner-Gruppen. Die sonstige Steuerung ist jedoch sehr umgänglich gestaltet, spätestens nach dem sehr umfangreichen Tutorial sind sämtliche Befehle in Fleisch und Blut übergegangen.

Wer während der Missionen fleißig Dollar sammelt, darf sich nach getaner Arbeit dem Upgrade seiner Waffen widmen. Für zusätzliche Extras müssen hingegen einzelne Herausforderungen gemeistert werden. Gelingt das Vorhaben, können beispielsweise mehr Granaten und Munition am Körper getragen werden. 

Grafisch präsentiert sich "Killzone: Liberation" in sehr guter Form. Die Level sind, da Krieg nun mal nicht schön ist, zwar überwiegend in dreckigem Braun und Grau gehalten, glänzen dafür aber durch viele kleine Details, nette Animationen und hübsch anzusehende Explosionen. Ein wenig störend ist lediglich der mitunter auftretende und für die PSP typische Nachzieheffekt. Weitere Fehler, wie die ewig zuckenden Körper längst abgeschossener Feinde, fallen zwar auf, mindern den Spielspaß aber nicht. Kein Grund zur Klage bieten hingegen die stimmungsvolle Musik- und Sounduntermalung sowie die sehr gut gelungene Synchronisation.

Zu guter Letzt hat Sony auch noch alle Multiplayer-Freunde bedacht: Neben dem Einzelspieler- und Zweispieler-Kooperationsmodus bietet "Killzone: Liberation" auch eine Game-Sharing-Option und einen Mehrspieler-Modus (Ad hoc-Modus) für bis zu sechs Spieler via WLAN-Verbindung.

Fazit: "Killzone: Liberation" ist ein grundsolider und gut gemachter Shooter, bei dem Genre-Fans voll auf ihre Kosten kommen. Diverse (größtenteils jedoch verzeihbare) Grafik-Fehler, eine ungenaue Steuerung und zum Teil unfaire Stellen lassen den Titel allerdings knapp einer Best-Marke vorbeischlittern.

Plattform: PSP
Publisher: Sony Entertainment
Krone.at-Wertung: 84%

von Sebastian Räuchle

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