Mit "Burnout Revenge" bewiesen die Macher von Criterion bereits ihre Vorliebe für knallharte und rasante Action. Selbiges gibt es nun auch in "Black" zu bewundern, wenngleich der Shooter auf den ersten Blick ein wenig mager daherkommt: Hier gibt es keine Rätsel, keine fahrbaren Untersätze und keinen Multiplayer-Modus. Der Held des Spiels kann nicht hüpfen, nicht schleichen und schon gar nicht um die Ecke luken. Geschweige denn verfügt er über eine Karte oder einen Kompass zwecks besserer Orientierung.
Und dennoch fesselt "Black" von der ersten Minute an, gerade aufgrund der Geradlinigkeit des Ego-Shooters. Hier geht es nämlich schlicht um Ballerspaß, Action und bloße Waffengewalt. In einer Ego-Perspektive steuert der Spieler den US-Veteranen Jack Keller durch das Hinterland des östlichen Europas, um alles platt zu machen, was sich ihm in den Weg stellt. Bei "Black" ist das wörtlich zu nehmen, überzeugt der Shooter doch durch ein beeindruckendes Schadensmodell: Es gibt kaum etwas, was sich nicht in seine Einzelteile zerlegen lässt. Anstatt den Gegner auf dem Balkon einfach nur abzuschießen, legt man hier gleich das ganze Hochhaus in Schutt und Asche. Gegenstände, wie explodierende Autos oder Ölfässer, lassen sich so optimal als zusätzliche Waffe nutzen.
Waffen gibt es übrigens mehr als reichlich: Pistolen, die berühmt-berüchtigte AK-47, ein Sniper-Gewehr, UZIs, eine Panzerfaust oder auch Granaten. Für Nachschub ist auf jeden Fall gesorgt. Anhand der Darstellung und des Sound-Designs wird schnell klar, dass hier Waffen-Narren am Werk waren. Bis ins kleinste Detail wurden die Wummen ausgearbeitet und sorgen sowohl optisch als auch akustisch für ein breites Dauergrinsen im Gesicht.
Das ist auch gut so, geht es bei "Black" doch ausschließlich ums Schießen. Wirkliche Rätsel gibt es in den weitläufigen und aufwendig gestalteten Leveln keine, die Missionen beschränken sich auf das Zerstören diverser taktischer Ziele. Langweilig oder gar zu leicht wird es deswegen trotzdem nicht, denn bereits im leichtesten Schwierigkeitsgrad kann sich die KI der gegnerischen Truppen sehen lassen. Die Burschen sind nämlich nicht nur äußerst hinterhältig, sie kommen auch gerne mit gezückter Schrotflinte direkt auf einen zugerannt. Während im leichten Modus noch für ausreichend Medikits gesorgt ist, so verschwinden die Erste-Hilfe-Päckchen mit fortschreitender Stufe schließlich ganz. Zu dumm, wenn man sich dann plötzlich in einem von schießwütigen Gegnern umgebenen Minenfeld wieder findet.
Nicht nur optisch, auch musikalisch haut "Black" ordentlich auf die Pauke. Kein Wunder, hat man doch gleich ein ganzes Symphonieorchester zur Aufnahme gebeten. Die filmreife Musik wird trotz allem nur sehr spärlich eingesetzt, unterstreicht das Geschehen dann umso mehr. Trotz Bombast-Optik und –Sound läuft der Shooter übrigens absolut ruckelfrei und flüssig über den Bildschirm.
Fazit: Wer Rambo mag, der wird "Black" lieben. Faszinierende Grafik und packender Sound sorgen für spektakuläre Feuergefechte, die im Shooter-Genre nach ihresgleichen suchen. Ein Multiplayer-Modus sowie das eine oder andere Rätsel hätten dem Spiel zwar sicher nicht geschadet, doch wer auf unkomplizierten Baller-Spaß in Edel-Optik steht, der wird an "Black" nicht vorbeikommen.
Plattform: Xbox (getestet), PS2
Publisher: EA
Krone.at-Wertung: 87%
von Sebastian Räuchle
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