So, 19. November 2017

Alarmierender Trend

05.10.2017 10:30

Tierschützer warnen: „Selfies können Tiere töten“

"Selfies können töten". Davor warnt die Tierschutzorganisation World Animal Protection. Denn immer öfter werden wilde Tiere von zweifelhaften Anbietern gegen Bares Touristen als Foto-Aufputz für ein Selfie angeboten. Die Tierschützer sprechen von einem "alarmierenden Trend" und wollen daher nun Instagram in die Pflicht nehmen.

Ob Faultier, Kaiman oder Anaconda - mit exotischen Tieren lässt sich gutes Geld verdienen. Immer öfter werden diese daher ihrem natürlichen Lebensraum entrissen und fortan, unter widrigen Umständen in Gefangenschaft lebend, als Touristen-Attraktionen zum Abfotografieren feilgeboten. Laut World Animal Protection ist die Zahl der Selfies mit wildlebenden Tieren allein auf Instagram seit 2014 um 292 Prozent gestiegen, woran letztlich vor allem unseriöse Reiseveranstalter verdienten. Die Organisation fordert daher von Instagram Maßnahmen zum Schutz der Tiere auf seiner Plattform.

Für Neil D'Cruze von World Animal Protection ist es "äußerst belastend mitanzusehen, wie Tiere aus der Wildnis gestohlen und als Foto-Requisiten für die Veröffentlichung in sozialen Medien verwendet werden." Die Realität sei, so D'Cruze gegenüber der BBC, "dass die unglücklichen Tiere schrecklich leiden, sowohl vor als auch hinter der Kamera. Die wachsende Nachfrage nach schädlichen Wildtier-Selfie stellt nicht nur ein ernstes Problem für die Gesundheit der Tiere dar, sondern auch für ihren Erhalt."

Mehr als ein Viertel der analysierten Wildtier-Selfie sind demnach "schlechte Selfies", auf denen die Tiere etwa umarmt oder auf andere nicht tiergerechte Art und Weise behandelt würden. So werde Kaimanen etwa das Maul zugeschnürt, damit sie während des Shootings nicht zuschnappen könnten.

Instagram teilte mit, mit Experten daran zu arbeiten, Nutzer über die schlechten Bedingungen solcher Touristenattraktionen aufzuklären. "Wir verbieten die Verwendung von Instagram, um kriminelle Aktivitäten zu erleichtern oder zu organisieren, die Tiere körperlich schädigen", so die zu Facebook gehörende Foto-Plattform.

 krone.at
Redaktion
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