Fr, 15. Dezember 2017

Thema Erziehung

23.07.2017 09:12

Kinder haben anderes Zeitgefühl als Erwachsene

Kinder haben ein völlig anderes Zeitgefühl als Erwachsene. Zeitangaben sind für sie abstrakt. Erst im Vorschulalter bekommen sie ein Gespür dafür.

Mama, wann sind wir endlich da?", fragt der Dreikäsehoch genervt und rutscht ungeduldig im Autositz hin und her. Zeitangaben wie "in ein paar Minuten", "bald" oder "in einer halben Stunde" haben für die Kleinen keine Bedeutung. Sie entwickeln dem deutschen Psychologen und Zeitforscher Marc Wittmann zufolge erst im Alter von fünf bis sieben Jahren ein Gefühl für Zeit. Bis dahin ist Zeit für sie etwas Abstraktes.

Spielen lenkt ab
Oft versinken die Kids im Spiel und bemerken gar nicht, wie die Zeit verstreicht. Dennoch kann man seinem Kleinkind die Dauer einer bestimmten Zeit verständlich machen. Während der Autofahrt holt man seinen Nachwuchs am besten ins Hier und Jetzt und schafft Vergleiche: Es dauert noch zweimal so lang wie die Lieblingssendung oder der Weg zum Kindergarten.

Abreißkalender und Sanduhren helfen
Viele Sechsjährige können schon die Uhr lesen, aber das muss nicht heißen, dass sie ein Zeitgefühl dadurch bekommen. Es ist vielmehr etwas Subjektives. Das kennen auch Erwachsene: Während in ­einer netten und lustigen Runde vergehen mehrere Stunden wie im Flug, kann sich eine halbe Stunde Warten an der Kassa in die Länge ziehen wie Kaugummi.

Kommentar von Eltern-Kids-Coach Nina Petz
Meine Kinder (15 und 17) drehen daheim schräge Videos und stellen sie ins Netz. Ich warne sie oft, dass das Internet nicht "vergisst". Ich mache mir auch Sorgen um ihre berufliche Zukunft.

Das kann ich gut verstehen, doch das Ausreizen von Grenzen gehört zum Prozess des Erwachsenwerdens dazu. Der Einfluss der Freunde nimmt zu und zählt auch meist mehr als die Meinung der Eltern. Ich kann Sie nur noch einmal ermuntern, einen guten Zeitpunkt für eine positive Gesprächsbasis abzuwarten und mit Ihren Kindern ein Aufklärungsgespräch zu führen.

Finden Sie klare Worte - ohne besserwisserisch zu klingen. Erzielen Sie hier nicht den gewünschten Erfolg und haben Sie das Gefühl, zunehmend nicht mehr die Vertrauensperson Nummer eins Ihres Kindes zu sein, holen Sie sich Unterstützung von einem anderen Familienmitglied, einem Freund der Familie, einem Lehrer. Setzen Sie sich trotz Pubertät durch! Besuchen Sie gemeinsam eine Beratungsstelle, und lassen Sie Ihre Kinder aus professioneller, unabhängiger Quelle hören, wie Bewerber heutzutage vor einer Jobeinstellung im Internet gescannt werden. Testen Sie gemeinsam, wie kaum löschbar die Spuren im World Wide Web sind.

Susanne Zita, Kronen Zeitung

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