Fr, 15. Dezember 2017

Hüftarthrose

25.06.2017 06:00

"Ich wollte einfach nur wieder gehen können"

Martha Mengl (79) litt sechs Monate lang unter heftigen Hüftschmerzen, bis sie sich kaum noch fortbewegen, Schuhe bzw. Strümpfe nicht mehr anziehen konnte. Ein neues Gelenk und Rehabilitation haben sie von den Qualen befreit.

Einst war Martha Mengl aus Zwettl, NÖ, begeisterte Hobbyläuferin, mit den Jahren stieg sie auf Nordic Walking um. Bis ihr Schmerzen in der linken Hüftgegend so zusetzten, dass sie auch hier passen musste. Die Beschwerden strahlten in das linke Gesäß und den linken Oberschenkel bis zum Kniegelenk aus: "Für mich war die neue Situation sehr ungewohnt, weil ich mich immer viel bewegt habe." Bücken, gehen, Flaschen tragen wurden zum kaum noch bewältigbaren Hindernis für die sonst so aktive Frau, die gemeinsam mit ihrem Mann eine Elektrofirma in ihrer Heimatstadt aufgebaut hatte. Es bedurfte einiger Arztbesuche, bis die Ursache des Übels feststand. "Ich konsultierte Prim. Prof. Univ.-Dozent Dr. Manfred Weissinger vom Landesklinikum Zwettl, der mir zu verstehen gab, dass ich ein neues Hüftgelenk brauchte."
Auf die Frage des Arztes, was sie sich von der Operation erwarte, was sie noch vorhabe, antwortete Frau Mengl: "Ich möchte einfach nur wieder gehen können und bitte nicht mehr lange darauf warten müssen."

Am 9. März dieses Jahres war es so weit. Die Patientin erhielt unter Spinalanästhesie (Injektion ins Rückenmark für örtliche Betäubung) ein künstliches Gelenk. "Es handelt sich um ein Titaniumgelenk mit einem Keramikeinsatz und Keramikkopf, welches ohne Zement im Becken- und Oberschenkelknochen verankert wird", erklärt Prim. Weissinger. "Das Besondere ist die minimal invasive AMIS-Technik. Es wird nur ein kleiner Schnitt an der Vorderseite der Hüftregion gesetzt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden ist keine Spaltung oder Durchtrennung der Muskeln notwendig. Der Operateur erreicht das Hüftgelenk zwischen den einzelnen Muskelgruppen, das Implantat kann insgesamt sehr schonend eingesetzt werden."

Weniger Schmerzen, raschere Heilung
Ein weiterer Vorteil für die Patienten: Aufgrund der kleineren Wundflächen entstehen weniger Schmerzen. Außerdem wird der Heilungsverlauf beschleunigt und nicht zuletzt die Rehabilitation. Das heißt, die Patienten können am nächsten bzw. übernächsten Tag nach dem Eingriff das Bett verlassen und mit zwei Stützkrücken das operierte Bein voll belasten. "Mit dieser modernen Methode lässt sich auch sehr gut eine Beinlängendifferenz ausgleichen und ebenso früher ein besseres Gangbild ohne Hinken erreichen", so Prim. Weissinger. "Die Geschäftsfrau konnte bereits nach fünf Tagen das Spital verlassen und drei Wochen später das Reha-Programm im Rehabilitationszentrum Moorheilbad Harbach, das mit den Kliniken Zwettl und Gmünd zusammenarbeitet, antreten", ergänzt Prim. Johannes Püspök.

"Ich war vorher noch nie auf Kur oder Reha, aber ich muss sagen, ich war wirklich sehr zufrieden mit der Betreuung und schnellen Regeneration", freut sich Frau Mengl über den Erfolg. Jetzt kann ich mich auch wieder ein wenig sportlich beim Walken betätigen. Ein Drei-Tages-Ausflug in Linz hat mir keine Probleme bereitet, obwohl ich dort bei den Besichtigungen sehr viel gegangen bin." Sie ist jetzt zwar schon in Pension, freut sich aber, dass sie nun wieder gelegentlich ein wenig in der Firma mithelfen kann, die bereits ihr Sohn und die Schwiegertochter übernommen haben.

Eva Rohrer, Kronen Zeitung

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