Di, 12. Dezember 2017

Österreich-Zahlen:

16.06.2017 09:37

Nur jede 10. Airbnb-Unterkunft wird lang vermietet

Die Online-Zimmervermittler Airbnb listet in Österreich nach eigenen Angaben nur relativ wenige Langzeitvermieter. "Von 17.000 Unterkünften, die gelegentlich in Österreich vermietet werden, werden 10 Prozent in Summe an mehr als 180 Tagen im Jahr vermietet", sagte Airbnb-Sprecherin Isabelle Witzleben.

Man könne davon ausgehen, dass es sich bei Unterkünften mit langen Vermietungsdauern um Pensionen, "Bed and Breakfast" und Ferienwohnungen in Urlaubsregionen handle. Ende 2016 waren 17.000 Unterkünfte in Österreich über die Airbnb-Plattform verfügbar, davon rund 8000 in Wien, rund 900 in Innsbruck, rund 800 in Salzburg und rund 700 Graz. 2016 hat Airbnb rund 500.000 Gästeankünfte in Österreich verzeichnet und rund 400.000 Reisen aus Österreich vermittelt.

Die meisten Unterkünfte gibt’s in Wien
Das Austrian Institute of Technology (AIT) hat für März 2017 eine Detailauswertung der Airbnb-Unterkünfte in den österreichischen Landeshauptstädten durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt wurden in Wien 5002 ganze Unterkünfte, 2045 Privatzimmer und 85 Gemeinschaftszimmer angeboten. In der Stadt Salzburg waren es 431 ganze Unterkünfte, 139 Privatzimmer und 7 Gemeinschaftszimmer.

Die Plattform wird für die Vermietung von Privatzimmern und -wohnungen, Ferienwohnungen und -häusern und Pensionszimmern genutzt. Bei Airbnb muss der Vermieter drei Prozent des Netto-Übernachtungspreises als Provision abgeben und der Gast zahlt rund sechs bis zwölf Prozent Vermittlungsprovision plus Reinigungsgebühr.

Gefahr für den Wohnungsmarkt?
Einige Großstädte wie New York und Berlin haben strenge Regeln eingeführt, um den Boom von Online-Zimmervermittlungen zurückzudrängen und damit den Wohnungsmarkt zu entlasten.

Airbnb verweist darauf, das Gespräch mit Städten und Gemeinden aktiv zu suchen: "Der Ansatz von Airbnb ist es, mit so vielen Städten wie möglich in den persönlichen Austausch zu treten", sagte die Airbnb-Sprecherin Witzleben. Es gehe darum, "gemeinsam konkrete Modelle zu entwickeln". Die Online-Plattform ist in Europa mit 100 Städten "im Austausch".

Gespräche mit der Stadt Wien
Auch in Österreich führt Airbnb Gespräche: "Wir stehen auch in Österreich allen Städten jederzeit für einen Austausch bereit. Mit der Stadt Wien führen wir bereits sehr konstruktive Gespräche. Aber auch mit anderen Regionen wie der Steiermark und Tirol sind wir im Austausch", so die Airbnb-Sprecherin. Die zuständigen Vertreter der Stadt Salzburg und der Stadt Graz hätten sich noch nicht an die Plattform gewandt.

Das Problem der Gemeinden und Städte mit der Tourismus-Ortstaxe will Airbnb ohne Datenübermittlung lösen: "Um dem Ziel der Städte, nämlich die Einhebung der Ortstaxe, gerecht zu werden, gibt es eine sehr viel verhältnismäßigere und weniger bürokratische Lösung als die pauschale Übermittlung von personenbezogenen Daten", sagte die Airbnb-Sprecherin.

Die Plattform nehme die Verantwortung zum Schutz der personenbezogenen Nutzerdaten "sehr ernst". Die einzelnen Bundesländer in Österreich novellieren gerade ihre Tourismusgesetze, um entweder die Ortstaxe über die Plattform einheben zu lassen oder an die Nutzerdaten zu kommen.

Abgaben werden teils automatisch bezahlt
Weltweit hebt Airbnb die jeweils geltende Beherbergungsabgabe in über 270 Städten und Gemeinden nach eigenen Angaben automatisiert über die Plattform ein. Airbnb will solche Kooperationen auch in Österreich schließen. "Entsprechende Gespräche sind bereits sehr konstruktiv, aber zugleich auch sehr komplex und damit zeitintensiv", so der Online-Zimmervermittler.

Das Finanzministerium hat bereits Mitte 2015 ein Amtshilfeersuchen an Irland gestellt, um an die österreichischen Nutzerdaten von Online-Zimmervermietern heranzukommen. Irland ist bei US-Internetkonzernen wie Google und Facebook als Europa-Firmenzentrale beliebt, weil automatisch der liberale irische Datenschutz für alle ihre Nutzer innerhalb der EU gilt. Einige heimische Zimmervermieter stehen im Verdacht keine Steuern zu leisten. "Die Gespräche sind - im Sinne der Stärkung fairer Wettbewerbsverhältnisse in Österreich - am Laufen", hieß es aus dem Finanzministerium.

 krone.at
Redaktion
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