Di, 12. Dezember 2017

Herzschwäche

13.05.2017 06:00

Ich war ein Todeskandidat, nun bin ich wieder fit!

Das Herz machte bei Gerhard Brenner eines Tages einfach nicht mehr mit. Es stellte sich heraus, dass seine Zuckerkrankheit daran beteiligt war. Mit modernen Medikamenten hat er sein Leben jetzt aber voll im Griff.

"Vor einem Jahr fing es an - ich wollte den Müll hinunter bringen und musste dabei mehrmals stehen bleiben. Ich konnte einfach nicht mehr durchatmen", schildert Gerhard Brenner die bangen Momente vergangener Pfingsten. Einen Tag später suchte der Klagenfurter einen Lungenfacharzt auf, der ihn sofort ins Krankenhaus transportieren ließ - Verdacht auf Lungenembolie. "Dort musste ich im Rollstuhl sitzen bleiben und durfte keinen Schritt tun. Als Entwarnung gegeben wurde, entließ man mich nach Hause und riet mir, einen Internisten aufzusuchen. Die Gefahr war aber keineswegs gebannt, denn dieser schickte mich sofort wieder ins Spital!"

Herzschwäche durch Zuckerkrankheit gefördert
Entdeckt wurde Wasser in der Lunge und eine Herzleistung von nur mehr 13 Prozent. "Mir wurde gesagt, ich dass Dr. Rab mich dann, unter ihre Fittiche’ genommen hat", freut sich Gerhard Brenner. "Der Patient litt an Atemnot und wies geschwollene Beine auf, die linke Herzkammer arbeitete nur eingeschränkt", erklärt Dr. Anna Rab, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie in Klagenfurt. "Obwohl seine Zuckerkrankheit eigentlich gut eingestellt war, und er auch Arzneien dagegen einnahm, wurde sein Herz geschädigt." Die Diagnose lautete diabetische Kardiomyopathie. Diese stellt eine neue Form der Herzschwäche dar, die bislang noch wenig erforscht wurde. Tatsache ist, dass die Zuckerkrankheit eine Verengung durch Ablagerungen in den Gefäßen fördert und somit dem Herz schadet. Und - wie im Fall von Herrn Brenner - dürfte auch ein, bisschen Zucker’ über lange Zeit dafür ausreichen. Weiteres Problem: "Herr Brenners Blutdruck war - obwohl ebenfalls medikamentös behandelt - zu hoch.

Neues Medikament zur Gefäßerweiterung
Denn bei Herzschwäche stellt ein normaler Blutdruck von 130mmHg eine große Gefahr dar. Man muss sich das so vorstellen, als ob ein Herzgesunder ständig mit einem Blutdruck von 180mmHg lebt", so Dr. Rab. Für Herzschwäche-Patienten gilt: Der Blutdruck sollte so niedrig wie möglich ausfallen, sogar Werte um 90mmHg sind tolerierbar, so lange kein dauerhafter Schwindel auftritt. "Obwohl solche Beschwerden natürlich in den ersten Tagen nach erfolgter Anpassung typischerweise auftreten. Die Medikamente müssen langsam auf die empfohlenen Konzentrationen aufdosiert werden, damit sie maximal auf das Herz wirken können. Deshalb ist auch die gute Beziehung zwischen Arzt und Patient so wichtig", erläutert die Internistin. Neben einem Defibrillator erhielt Gerhard Brenner ein neuartiges Medikament, das die Erweiterung der Gefäße fördert. Studien bezeugen diesen sogenannten ARNI (Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitoren) eine Verringerung der Sterberate Herzkranker um 20 Prozent sowie eine ebenso hohe Reduktion der Krankenhauswiederaufnahme.

Mit der gesamten Therapie konnte die Herzauswurfleistung des lebenslustigen Klagenfurters auf über 45 Prozent gesteigert werden (zum Vergleich: Bei Gesunden liegt diese über 60 Prozent). "Herr Brenner lebt mittlerweile wieder sehr sportlich", zeigt sich Dr. Rab zufrieden mit ihrem Patienten. "Er fährt Rad und ist viel mit seiner Frau unterwegs. Auf Reha hat er gelernt, wie aktiv er sein darf, ohne sich zu überanstrengen." Das beherzigt der Pensionist, der seine schwere Nachtarbeit als Techniker in der Druckvorstufe aufgeben musste, mittlerweile auch. "Ich übertreibe es nicht mehr. Auch beim Fischen gönne ich mir Entspannung. Begonnen habe ich dieses Hobby schon vor ein paar Jahren, als ich noch täglich um 16.00 Uhr zur Arbeit ins Druckerzentrum aufgebrochen bin." Weniger ruhig geht es zu, wenn die beiden kleinen Enkel Julian (5) und Florian (2,5) zu Besuch sind, denn die Brenners sind leidenschaftliche Großeltern. "Nun kann ich wieder mit den Kindern spielen - so weit es eben geht. Denn der Große ist schon schneller als ich", schmunzelt der Patient.

Dr. Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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