Di, 12. Dezember 2017

Kalenderwoche 19

12.05.2017 17:00

Sie stellen Fragen - Experten antworten

Unsere Leser haben jede Woche die Möglichkeit, sich mit medizinischen Fragen per E-Mail an die Gesundheitsredaktion der "Krone" zu wenden. Wir leiten die Anfragen an kompetente Fachleute aus allen Heilberufen zur Beantwortung weiter.

Hautbiopsie!
Werner G.: "Ich habe seit zwei Jahren ein Problem mit stark geröteter und schuppender Haut am Kinn. Mehrere Ärzte konnten mir nicht helfen. Auch eine Ernährungsumstellung und das vorübergehende Absetzen einiger Medikamente, die ich nehmen muss, brachten keine Besserung. Ich schicke Befunde und ein Foto und hoffe auf Rat!"

Auch wenn wir uns wirklich sehr bemühen, alle Leseranfragen möglichst konkret zu beantworten, sind Ferndiagnosen mitunter sogar gefährlich. Noch dazu, wenn bereits Fachärzte erfolglos versucht haben, dieses Problem zu lösen. Gerade in Fällen wie dem vorliegenden, sind ein Bild und ein Befund nicht ausreichend!

Trotzdem möchte ich etwas  empfehlen, was man bei jeder schweren Hautkrankheit machen sollte: Eine Hautbiopsie! Darunter versteht man die Entnahme einer Gewebeprobe, die in ein Speziallabor geschickt und dort unter dem Mikroskop genau untersucht wird. So kann man auch Krankheiten "entlarven", die selbst mit fachlich geschultem Auge nicht erkennbar sind.

Der Vorgang ist nicht schmerzhaft. Mittels örtlicher Betäubung wird ein winziges Areal schmerzlos gemacht, um ein kleines Stückchen Haut entnehmen zu können. Die Wunde wird anschließend mit einer zarten Naht verschlossen. Die Narbe ist später kaum mehr sichtbar.

Dr. Doris Grablowitz
Fachärztin für Dermatologie, Spezialistin für Ästhetische Medizin aus Wien.
Informationen: 01-512 91 92, ordi.dg@grablowitz.at, www.grablowitz.at

Störende Haare im Gesicht
Dagmar L.: "Ich habe einen sogenannten Damenbart und bin darüber sehr unglücklich. Wie kann man die unerwünschten Haare entfernen, ohne zu rasieren, zu wachsen oder zu zupfen?"

Glatte, haarlose Haut am Körper ist für Frauen in den meisten Kulturen erstrebenswert. Allerdings hat die Natur das gar nicht vorgesehen! Daher werden störende Haare mit Methoden wie Bleichen, Rasieren usw. zu entfernen versucht. Der Erfolg ist leider nicht nur vorübergehend, es können auch Nebenwirkungen wie Reizungen und Allergien die Folge sein. Oft tritt sogar nachher verstärkter Haarwuchs auf.

In der Ästhetischen Medizin wird für die Haarentfernung Laser oder IPL (ein spezielles Licht) verwendet. Wobei die IPL-Technik im Vergleich mit dem Laser eine gleichsam maßgeschneiderte Lösung für jeden Haut- und Haartyp anbietet. Verschiedene Filter erlauben eine bestmögliche individuelle Einstellung.

Präzise gesteuerte Lichtimpulse werden gezielt von den Haarfollikeln unter der Hautoberfläche aufgenommen. Der IPL zerstört ausschließlich Haare in der Wachstumsphase, aber keine in der Ruhephase. Die Behandlung muss daher in bestimmten Abständen wiederholt werden. Meistens sind vier bis sechs Sitzungen notwendig. Ein Effekt zeigt sich bereits nach der ersten Behandlung.

Dr. Andrea Ronfeld
Fachärztin für Chirurgie, Gefäßchirurgie aus Kindberg (Steiermark).
Informationen: 03865/20 23 50, info@dr-ronfeld.at, www.dr-ronfeld.at

Morbus Sudeck
Elfriede C.: "Ich habe vor vier Monaten einen Bruch der Speiche im rechten Unterarm erlitten. Leider plagen mich nach wie vor starke Schmerzen mit Schwellungen und Bewegungseinschränkung der Hand und des Handgelenkes. Der Bruch ist laut Röntgen zwar gut verheilt, es wurde aber eine Entkalkung des Knochens festgestellt. Die Vermutungsdiagnose lautet Morbus Sudeck. Was ist das?"

Die Patientin beschreibt das Zustandbild des Morbus Sudeck recht gut. Dabei handelt es sich um eine gar nicht so seltene Komplikation nach Verletzungen oder Operationen an der Hand. Durch einen nicht geklärten Mechanismus kommt es zu einer teilweisen Entkalkung der beteiligten Knochen und einer schmerzhaften Schwellung der umgebenden Weichteile. Diese sehr quälende Erscheinung ist - wie gesagt - noch nicht genau erforscht. Man nimmt allerdings eine Störung im Bereich des umbewussten Nervensystems an. In diese Richtung wurde ja auch laut beiliegendem Befund bereits behandelt.

Damit die Schmerzen nicht über Jahre chronisch werden, ist eine konsequente Therapie mit verschiedenen Medikamenten, örtlichen Betäubungsmitteln und vor allem Heilgymnastik notwendig. Nach vier Monaten bestehen noch durchaus gute Chancen, dass sich die Situation bei intensiver Behandlung bessert. Nähere Informationen findet man übrigens auch auf www.crps.de.

Prof. Dr. Peter Bösch
Facharzt für Orthopädie aus Wr. Neustadt (NÖ)

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