Fr, 20. Oktober 2017

Marie Boltenstern

18.11.2016 08:12

Wiener Designerin fertigt Schmuck mit 3D-Drucker

Aus dem 3D-Drucker kommen schon die unterschiedlichsten Dinge, typische Werkstoffe sind Kunststoffe, Keramiken und Metalle. Eine junge Wiener Schmuckdesignerin verarbeitet damit nun sogar 18-karätiges Gold.

In Wien steht der Name Boltenstern für Gebäudearchitektur und Luxusschmuck. Großvater Erich Boltenstern war am Wiederaufbau der Staatsoper beteiligt, sein Sohn Sven machte Karriere als Schmuckhersteller.

Vor eineinhalb Jahren übernahm Marie Boltenstern das 1964 gegründete Unternehmen. Zuvor hatte die 27-Jährige mit einem Faible für Mathematik und Geometrie in Wien ein Architekturstudium abgeschlossen und in London Master Degrees in "Emergent Technologies" gemacht. Im Familienbetrieb verbindet sie nunmehr ihre Affinität für Technologie mit der Erfahrung der hauseigenen Goldschmiede.

Gold- und Silberpulver per Laser geschmolzen
Ihre erste Kollektion wurde direkt in Edelmetall 3D-gedruckt. Die Schmuckstücke werden aus Silber- oder Goldbarren in Pulverform Schicht für Schicht mit einem feinen Laser zusammengeschmolzen. "Ich habe die damals 23 Jahre alte Marie Boltenstern vor vier Jahren kennengelernt. Damals fragte sie: 'Ich plane eine Schmuckkollektion. Wie soll die aussehen?' Ich sagte nur: 'Anders'", berichtete der Wiener Juwelier Reinhard Köck bei der Präsentation. Die "Resonance Collection" aus Gold und Silber ist bei Von Köck am Graben erhältlich.

Vor einem Jahr waren die Prototypen fertig, und der Nobelschmuckhändler fragte sich: "Wenn der Computer alles produziert, wo bleibt der Mensch?" Heute wisse er: "Der 3D-Drucker produziert ein Rohstück. Dann kommt das Handwerk, ohne geht es nicht." Die neue Technologie werde aber "Einzug halten in die Industrialisierung des Schmuckdesigns".

3D-Drucker können, was händisch unmöglich wäre
"Der Drucker schafft es Formen herzustellen, die mit der Hand gar nicht bzw. nur mit enorm hohem Aufwand realisierbar wären", sagte Marie Boltenstern. Sieben Jahre habe sie sich mit der Entwicklung der 3D-Technologie beschäftigt. Mit einer Zweitlinie, der Modeschmuckkollektion "Fabulous Nora", offeriert sie auch farbenfrohe 3D-Ohrhänger im etwas günstigeren Preissegment (rund 130 Euro).

Die prominenten Gäste zeigten sich beeindruckt. Modeschöpferin Anelia Peschev lobte die Haptik: "Wie eine zweite Haut". Sängerin und ORF-Jurorin Dorretta Carter wollte "dieses Armband am liebsten nie wieder ablegen, es fühlt sich traumhaft an".

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