Di, 17. Oktober 2017

"Politischer Mist"

01.09.2016 09:35

Tim Cook attackiert EU wegen Steuerentscheid

Apple-Chef Tim Cook hat die EU wegen der milliardenschweren Steuernachforderung in Irland scharf angegriffen. Die Anschuldigungen aus Brüssel seien "politischer Mist", sagte der Manager in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der Zeitung "Irish Independent".

Er werde mit der Regierung in Dublin eng zusammenarbeiten, um sich gegen die Entscheidung zu wehren. "Niemand hat etwas falsch gemacht, und wir müssen zusammenstehen." Irland werde schikaniert, so Cook.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hatte eine umstrittene Steuervereinbarung zwischen der irischen Regierung und dem US-Technologiekonzern untersagt und gefordert, dass Apple 13 Milliarden Euro Steuern nachzahlen muss. Sie warf dem Unternehmen vor, im Jahr 2014 auf seine in Europa erzielten und in Irland gebündelten Gewinne nur 0,005 Prozent Steuern gezahlt zu haben.

Cook: "Apple wohl wichtigster Steuerzahler in Irland"
"Das ist totaler politischer Mist", entgegnete Cook nun. In dem entsprechenden Jahr habe Apple 400 Millionen Dollar (aktuell 360 Millionen Euro) Steuern abgeführt. Damit sei Apple wohl der wichtigste Steuerzahler in Irland gewesen.

Cook machte für die Entscheidung Vestagers auch eine Stimmung gegen amerikanische Firmen verantwortlich. Dies sei ein Grund, warum Apple ins Visier genommen worden sei. Zudem wolle die EU-Kommission das Steuersystem in der Union angleichen. Das Vorgehen gegen sein Unternehmen sei dafür aber nicht der richtige Ansatz, betonte der Manager. "Es sollte eine öffentliche Diskussion darüber geben."

EU-Kommission kontert: Keine politische Entscheidung
EU-Wettbewerbskommissarin Margarethe Vestager wies die Kritik von Apple zurück. Es handle sich nicht um eine politische Entscheidung: "Diese Entscheidung stützt sich auf die Fakten des Falls", betonte die Kommissarin.

Vestager zufolge liege der Ball nun bei Apple und Irland. Zur Überprüfung der Entscheidung der Kommission gebe es Gerichte. "Die wollen die Fakten und natürlich müssen wir diese präsentieren", sagte die Kommissarin.

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