Sa, 18. November 2017

Die große Reportage

21.07.2016 16:12

Jagdkommando: Speerspitze im Kampf gegen Terror

Mit den Anschlägen des Islamischen Staates auf Europa hat der Terrorismus eine neue "Qualität" erlangt. Darum unterstützt nun das Bundesheer strategisch alle Sicherheitskräfte im Land zum Schutz der Souveränität. Eine Reportage von "Krone"-Chefreporter
Christoph Matzl.

"Die Ziele von neuen Terrororganisationen wie dem Islamischen Staat liegen im Etablieren eine Kalifats auch auf europäischem Boden", warnt Heeres-Chefstratege Brigadier Philipp Eder in einem Dossier eindringlich. Geheimdienstinformationen belegen nämlich, dass die IS-Führung auch Anschläge unter typisch militärischen Verfahren plant.

"Kampf mit verbundenen Waffen"
Das heißt: Künftig drohen nicht nur weitere Horrorangriffe "einsamer Wölfe" mit Lkws, Autos oder Äxten und Messern wie in Nizza oder Würzburg, sondern auch strategisch konzipierte Terrorattacken wie in Paris oder in Brüssel. "Um dagegen gewappnet zu sein, trainiert das Heer schon seit geraumer Zeit den 'Kampf mit verbundenen Waffen'. Kurzum gegen Terroristen werden alle Waffengattungen, insbesondere die Infanterie im Zusammenwirken mit den Luftstreitkräften, dem Jagdkommando der Militärpolizei sowie der ABC-Abwehr eingesetzt", ergänzt Oberstleutnant Philipp Ségur-Cabanac.

Es geht um den Schutz kritischer Infrastruktur
Dabei geht es in erster Linie um den Schutz kritischer Infrastruktur wie Kraftwerke, Wasserversorgung, Stromverteiler, Lebensmittellager, Telekommunikationsanlagen etc. Das neue "Kommando für Führungsunterstützung und Cyber-Verteidigung" wurde zur Sicherung dieser Ressourcen eingerichtet - und kann auch offensiv im Cyber-Raum gegen die Angreifer vorgehen! Gleichzeitig wissen die Militärs um die immense Bedrohung des Luftraums durch Kleinflugzeuge oder topmoderne unbemannte, ferngesteuerte Drohnen.

Spezialeinsätze aus der Luft, zu Land und Wasser
"Wir können diesen Luftbedrohungen mit modernsten Radargeräten, den Eurofightern, Luftaufklärung usw. begegnen", beruhigen die Experten. Personelle Speerspitze im Anti-Terror-Kampf stellt das Jagdkommando: Also jener militärische Eliteverband, der für Spezialeinsätze zu Land, zu Wasser und aus der Luft gedrillt wird. Sie schützen strategische Einrichtungen und führen Spezialaufklärungen durch. Dass sie keine Zinnfiguren, sondern fronterprobte Profis sind, haben etliche der Elitesoldaten bei heiklen Auslandseinsätzen in Afghanistan, dem Tschad oder in Mali bewiesen. Als "Krone"-Heeresreporter konnte Ihr Redakteur hautnah miterleben, was es heißt, in solchen Krisenregionen unterwegs zu sein, wenn, wie in Kabul, Taliban-Krieger mit Kalaschnikows auf Dächern kauern.

"Heuer geht es darum, die Sicherheitsbehörden zu unterstützen, wenn höchste Amtsinhaber bedroht oder wichtige Lebensgrundlagen ausgefallen sind", so Brigadier Eder. Dafür sei es notwendig, dass die Republik Reserven wie Lebensmittel, Medikamente und Treibstoffe bereithält, damit das Heer die Notversorgung der Bevölkerung garantieren kann.

Kugelsichere Fahrzeuge und wendige Radpanzer
Zudem bringt das Militär mit kugelsicheren Fahrzeugen (zuletzt beim Wilderer-Drama vom Annaberg im Einsatz), Radpanzern und mit seinen bestens geschulten ABC-Kräften weitere Kapazitäten an Bord im Anti-Terror-Kampf.

Somit können atomare, biologische oder chemische Kampfstoffe rasch aufgespürt und dekontaminiert werden. Und: Als Reaktion auf aktuelle Bedrohungen garantiert das "Kommando schnelle Einsätze", dass im Ernstfall 6000 Soldaten binnen kürzester Zeit Gewehr bei Fuß stehen!

Jagdkommandokräfte erledigen ihre geheimen Aufträge mit kleinen, unerkannt eingesetzten Einheiten:

  • Spezialaufklärung zur Info-Gewinnung,
  • Kommandounternehmen zur Befreigung festgehaltener Geiseln, Politiker etc.,
  • Festnahme per Haftbefehl gesuchter Personen wie etwa international gesuchter Kriegsverbrecher,
  • Vernichtung von gefährlichen Waffenstellungen und Spionage-Einrichtungen,
  • bei internationalen Einsätzen unterstützt das Jagdkommando reguläre Heereseinheiten bei besonderer Gefährdung.

Aus dem "Krone"-Archiv: Weitere Bilder unserer Bundesheer-Einsatzkräfte

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