Sa, 18. November 2017

US-Entdeckung:

26.04.2016 09:50

Nanodraht-Akkus lassen Handys 40 Mal länger leben

Jeder Handynutzer kennt es: Selbst Smartphones, die nach zwei, drei Jahren Nutzung noch gut in Schuss sind, kämpfen nach einigen Nutzungsjahren oft mit Akkuproblemen. Schuld sind die 5000 bis 7000 Ladezyklen, die moderne Lithium-Ionen-Akkus normalerweise überleben, bevor sie Energie schlechter speichern und nicht mehr die gewohnte Leistung bringen. Zwei Chemiker aus den USA wollen das Problem nun gelöst und die Lebensdauer von Akkus um den Faktor 40 erhöht haben.

Reginald Penner und Mya Le Thai von der University of California haben einem "CNET"-Bericht zufolge speziell behandelte Nanodrähte in die Akkus eingearbeitet. Normalerweise würden solche Drähte - sie vergrößern die Fläche der Elektrode im Akku - durch ihren filigranen Aufbau nach einigen Tausend Ladezyklen degenerieren und brechen. Um das zu vermeiden, haben die Forscher sie mit Mangandioxid ummantelt.

Beschichtung und Gel verhindern Korrosion
Gemeinsam mit einem speziellen Elektrolytgel, das in seiner Konsistenz an Plexiglas erinnert, verhindert diese Eigenheit der Nanodrähte allzu rasche Korrosion. Das Resultat: In ersten Tests konnten die speziellen Akkus der US-Forscher 200.000 Mal aufgeladen werden. Normale Akkus überdauern dagegen nur 5000 bis 7000 Ladezyklen, bevor sie degenerieren.

Damit verlängern die Nanodraht-Akkus aus den USA das Leben eines Smartphones potenziell um den Faktor 40 - zumindest, wenn in diesem Zeitraum keine andere Komponente das Zeitliche segnet und kein Unfall- Stichwort: Display-Bruch - passiert.

Technologie hat noch keine Marktreife
Wie bei vielen anderen neuen Erkenntnissen in der Akkuforschung dürfte es freilich auch bei den Akkus mit beschichteten Nanodrähten noch eine Weile dauern, bis sie tatsächlich beim Endkunden ankommen.

Die Forscher aus den USA sind aber zuversichtlich, die Technologie zur Marktreife entwickeln zu können. "Unsere Forschung zeigt, dass Nanodraht-basierte Akkuelektroden eine hohe Lebensdauer haben und wir solche Akkus zur Realität werden lassen können", sagt Penner.

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