Mi, 21. Februar 2018

Impfung schützt

08.04.2016 17:00

Die Zecken lauern schon!

Weder in der Stadt noch am Land ist man vor ihnen sicher - den Zecken. Nur die Impfung schützt vor den gefährlichen Folgen eines Stichs.

Ab etwa sieben Grad ist es Jahr für Jahr so weit: Zecken werden aktiv und gehen auf Nahrungssuche. Besonders wohl fühlen sie sich dann an warmen Tagen mit hoher Luftfeuchtigkeit. Auf "Beutezug" sind sie in ganz Österreich: Die kleinen "Krabbeltierchen" lauern in den Grünflächen der Städte genauso wie im Wald oder auf den Bergen. Aber natürlich auch außerhalb unserer Grenzen und in vielen Urlaubsgebieten: So sind alleine in Europa 27 Länder mit FSME-Gebieten bekannt.

Neben dem Baltikum und Tschechien zählt Österreich aber zu den Ländern mit dem weltweit höchsten Risiko, von einer mit FSME-Viren belasteten Zecke gestochen zu werden.

Kinder besonders gefährdet
"Im Jahr 2015 haben sich hierzulande 64 Menschen mit diesem gefährlichen Virus infiziert, mehr als die Hälfte davon waren über 50-Jährige", berichtet Univ.-Prof. Dr. Ursula Kunze vom Institut für Sozialmedizin in Wien und Generalsekretärin des Vereins zur Förderung der Impfaufklärung. Kinder sind besonders gefährdet, weil sie sich mehr im Freien aufhalten als Erwachsene. Bei den bis Sechsjährigen gibt es bereits vier Mal so viele Fälle wie noch vor einigen Jahren, warnen Kinderärzte alle Eltern.

Jede 50. bis 100. Zecke gilt als infektiös. Ungeimpfte Menschen müssen nach einem Stich mit schweren Folgen rechnen: Die dabei übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung, die zur Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute und des Zentralnervensystems führen kann. Ihre Symptome wie starke Kopf- und Gliederschmerzen, hohes Fieber, Nackensteife ähneln oft jenen einer Grippe. Während der Erkrankung ist es nicht möglich, deren Verlauf zu beeinflussen (es gibt keine "Impfung danach"!), lediglich die Symptome können gelindert werden. Bleibende Schäden wie Lähmungen oder sogar ein tödlicher Ausgang sind daher nicht auszuschließen!

Impfen nicht vergessen!
Damit es erst gar nicht so weit kommt: Die wichtigste und wirksamste Maßnahme ist die vorbeugende FSME-Impfung. Der Wirkstoff wird übrigens seit mittlerweile 40 Jahren in Österreich produziert. "Kinder können sie ab dem vollendeten ersten Lebensjahr erhalten", erklärt Kunze. "Davor besteht für das Baby Nestschutz, wenn die Mutter geimpft ist." "Nach der Grundimmunisierung ist regelmäßige Auffrischung alle 5 Jahre - ab einem Alter von 60 alle 3 Jahre - notwendig", ergänzt die Ärztin. Von Jänner bis inklusive Juli wird die Schutzimpfung in allen österreichischen Apotheken zu vergünstigten Preisen angeboten.

Wussten sie, ...?
... dass FSME erstmals 1920 bei Waldarbeitern in Wiener Neustadt als Erkrankung festgestellt wurde?
... dass 1973 am Institut für Virologie der Universität Wien der erste Versuchs-Impfstoff entwickelt wurde?
... dass Zecken mittlerweile bis zu einer Seehöhe von 1.600 Metern verbreitet sind?

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