So, 17. Dezember 2017

micro-FourThirds

12.09.2015 09:00

Panasonics Systemkamera-Zwerg Lumix GF7 im Test

Kameras mit Wechseloptik sind eine tolle Sache, im Fall von Spiegelreflex-Geräten allerdings schwer und unhandlich. Spiegellose Systemkameras sind eine kompakte Alternative und ermöglichen Wechselobjektiv-Fotografie im handlichen Format. Ein besonders kleiner Vertreter dieser Zunft ist die Panasonic Lumix GF7. Wie sie sich im Alltag schlägt, hat krone.at getestet.

Mit 107 mal 65 Millimetern Fläche bei 3,3 Zentimetern Dicke und 236 Gramm Gewicht entspricht der Body der GF7 in puncto Größe einer Kompaktkamera. Trotz der kompakten Maße bietet die GF7 aber die Möglichkeit, über ihren micro-FourThirds-Objektivanschluss alle möglichen Wechseloptiken an dem kompakten Gehäuse zu nutzen. Passende Objektive gibt's vor allem von Olympus und Panasonic selbst, aber auch Dritthersteller wie Sigma oder Walimex haben entsprechende Objektive im Programm.

16-Megapixel-Sensor und WLAN-Modul
Abgesehen von ihrem micro-FourThirds-Bajonett bietet die GF7 einen NMOS-Bildsensor mit einer Auflösung von 16 Megapixeln, einen um 180 Grad neigbaren LCD-Touchscreen mit drei Zoll Diagonale und 1,04 Millionen Bildpunkten und einen Blitz. Die Lichtempfindlichkeit reicht von ISO 100 bis ISO 25.600, Serienbilder werden mit 5,8 Fotos pro Sekunde aufgenommen und Videos können in Full-HD-Qualität erstellt werden.

Die Anschlüsse umfassen USB 2.0, HDMI und AV-Out, gespeichert wird auf SD-Karte. Eine Verbindung zu Smartphones oder Tablets kann via WLAN aufgebaut werden. Im Lieferumfang der rund 430 Euro teuren GF7 befindet sich das Objektiv G Vario mit einer Kleinbild-Brennweite von zwölf bis 32 Millimetern. Optische Bildstabilisierung ist an Bord, die Blende reicht von F/3.5 bis F/5.6.

Objektiv brauchbar, aber kein Zoom-Monster
Im alltäglichen Gebrauch schlägt sich das manuell über den Objektivring betriebene Objektiv gut, allerdings ist es mangels Zoomstärke vor allem für Motive geeignet, die nicht allzu weit vom Fotografen entfernt sind. Wer auch weiter entfernte Dinge mit der GF7 einfangen will, kommt nicht umhin, in ein Objektiv mit mehr Brennweite zu investieren.

Fummeliger Blitzhebel, nützlicher Automatik-Button
Bedient wird die GF7 über Drehregler und Schalter direkt am Gehäuse sowie den Objektivring, teilweise auch über ihren Touchscreen. Das funktioniert über weite Strecken gut, der Hebel, mit dem der nicht besonders potente Blitz ausgefahren wird, erwies sich im Test aber als eher fummelig.

Als praktisch empfanden wir dagegen den dezidierten Knopf für den Automatikmodus: Damit kann, wenn man gerade ein Motivprogramm angewählt hat, zwischendurch in kürzester Zeit auf Automatik und anschließend wieder zurück ins Motivprogramm gewechselt werden.

Durchdachte Bedienung, Sucher fehlt leider
Die Bedienung über das mechanische Moduswahlrad und den Einstellungs-Drehregler an der Kamera-Rückseite sowie den Touchscreen erscheint durchdacht und leichtgängig. Die physischen Bedienelemente wirken langlebig, die Menüführung ist logisch und geht flüssig von der Hand. Kleines Problem: Die (anpassbaren) Bedienelemente am Touchscreen sind teilweise etwas klein geraten.

Der Touchscreen selbst hinterließ im Test einen guten Eindruck, ist er doch für ein Kamera-Display angenehm scharf und hell genug, um auch bei Tageslicht genutzt zu werden. Das ist auch nötig: Einen optischen Sucher oder die Möglichkeit, einen Sucher über den Blitzschuh nachzurüsten, gibt es nicht. Wer darauf Wert legt, ist mit der GF7 schlecht beraten.

Modi, Motivprogramme und Selfie-Features
Was die vorhandenen Foto-Features angeht, lässt die GF7 kaum Wünsche offen. Neben zwei Automatikmodi bietet die GF7 zahlreiche Aufnahmemodi und Motivprogramme, mit denen für schwierige Motive wie nächtliche Straßen oder glitzerndes Wasser automatisch die richtigen Einstellungen gewählt werden.

Künstlerische Filter für Retro-Bilder und dergleichen sind ebenso vorhanden wie ein Selfie-Modus, der bei gekipptem Display automatisch anspringt und Dinge wie einen Haut-Weichzeichner anbietet.

Sehr gute Bildqualität, saubere Verarbeitung
Lobenswert: Der Autofokus arbeitet selbst bei schlechtem Licht zuverlässig und stellt schnell scharf. Die erzielbare Fotoqualität kann sich mit dem mitgelieferten Objektiv sehen lassen. Die Probebilder, die wir mit der GF7 geknipst haben, überzeugen mit einem hohen Detailgrad, relativ natürlicher Farbdarstellung – und angenehm wenig Rauschen bei schlechten Lichtbedingungen.

Optisch ist die GF7 im derzeit bei Kameras aller Preisklassen schwer angesagten Retro-Look gehalten. Je nach Farbvariante gibt's die GF7 im sauber verarbeiteten silbernen Metallgehäuse wahlweise mit braunen oder schwarzen Kunstleder-Akzenten.

In der Hand liegt die kompakte Systemkamera grundsätzlich gut, noch etwas sicherer wäre das Handling aber wohl, wenn das Gehäuse so etwas wie einen Griff böte.

Größerer Akku brächte mehr WLAN-Nutzen
Das hätte auch den angenehmen Nebeneffekt, dass ein etwas größerer Akku in der GF7 Platz fände. Der würde vor allem Nutzern, die häufig das WLAN nutzen, entgegenkommen. Die WLAN-Funktion ist nämlich ziemlich praktisch, zehrt aber spürbar am Akku der GF7, weshalb man sie gerade bei längeren Foto-Touren mit Bedacht an- und abschalten sollte.

Generell gilt: Im Test klappte die Bildübertragung über die Panasonic-App für Android reibungslos, praktische Features wie ein Fernauslöser oder ein Sprung-Modus, bei dem das Smartphone die GF7 dann auslöst, wenn es registriert, dass der Fotograf gerade einen Luftsprung macht, sind ebenfalls verfügbar.

Fazit: Gelungenes Kompakt-Gesamtpaket
Panasonics GF7 ist trotz ihrer kompakten Maße eine taugliche Systemkamera mit sehr guter Bildqualität, durchdachter Bedienung und zeitgemäßen Features wie WLAN. Ihr flotter Autofokus und ihre gute Schlechtlicht-Performance gefielen im Test ebenso wie die zahlreichen Motivprogramme, Filter und Selfie-Funktionen.

Ein paar Schwächen hat die GF7 aber doch: Wer Wert auf einen optischen Sucher legt, wird mit dem Gerät nicht glücklich, und auch etwas mehr Ausdauer – gerade bei Nutzung der praktischen WLAN-Funktion – wäre wünschenswert gewesen. Trotzdem: Für ambitionierte Hobbyfotografen ist die GF7 ebenso interessant wie für all jene, die schon eine größere micro-FourThirds-Kamera nutzen und nach einem kompakten Zweit-Body suchen.

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